ROMANSHORN: Stadt verzichtet auf zentrale Schalter

Wegen des verschärften Spardruckes sieht der Stadtrat ab von einer Anlaufstelle der Verwaltung in der «Bodan»-Überbauung. Er sucht jetzt nach einer Zwischenlösung.

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Bereits beim Projekt im Postgebäude waren zentrale Schalter vorgesehen. (Bild: pd)

Bereits beim Projekt im Postgebäude waren zentrale Schalter vorgesehen. (Bild: pd)

Es war anders geplant: Im September teilte die Behörde mit, dass alle Schalterdienste der allgemeinen Verwaltung wie Einwohnerdienste, Bau und Kanzlei als «One-Stop-Shop» im hinten liegenden Trakt auf dem «Bodan»-Gelände behindertengerecht zusammengefasst würden. Damit trage sie einem Kernanliegen der Bevölkerung nach dem Nein zur zentralen Verwaltung im Postgebäude Rechnung und nutze Synergien, die Effizienzgewinne versprechen würden. Ebenso wollte der Stadtrat am gleichen Ort Sitzungszimmer für sich und Kommissionen schaffen.

Daraus wird jetzt aber doch nichts. Der Stadtrat hat die Pläne begraben. «Der Entscheid für den Verzicht steht im Zusammenhang mit der Gemeindeversammlung vom November. Nebst der Ablehnung einer Steuererhöhung um 4 Prozentpunkte bestätigte und verschärfte diese bei der Beratung des defizitären Voranschlags 2018 den Sparkurs des Stadtrates klar», heisst es in einer Mitteilung. Die Behörde verstehe die Entscheide als Auftrag zur weiteren Entlastung der Erfolgsrechnung, die im nächsten Jahr ein Minus von fast 870000 Franken vorsieht. «In einem ersten Schritt beschloss sie deshalb, den Teil des Verwaltungsprojektes mit den zusätzlichen Besprechungs- und Sitzungszimmern in der ‹Bodan›-Überbauung zu streichen.»

Stadtrat beschliesst Abbruch des Projektes

Bei der Überprüfung des Konzepts unter den geänderten Voraussetzungen sei die vom Stadtrat eingesetzte Sonderbaukommission gemeinsam mit der Geschäftsleitung der Stadtverwaltung zum Schluss gekommen, dass der Synergieeffekt für die zentralen Schalter mit den reduzierten Flächen nicht mehr gegeben und der Spareffekt im Verhältnis zu den verbleibenden Ausbaukosten und der Mietdauer von 10 bis 15 Jahren als zu gering betrachtet werden müsse. Sie beantragte dem Stadtrat darauf den vollständigen Projektabbruch und die Suche nach einer Zwischenlösung. Die Behörde stimmte diesem Vorgehen an ihrer Sitzung vom 5. Dezember zu. Dadurch wird die Rechnung beziehungsweise der Finanzplan um rund 160000 Franken netto pro Jahr entlastet.

Auslöser für das Projekt waren auslaufende Mietverträge für die Bauverwaltung im EW-Gebäude an der Bankstrasse auf den Frühling 2018 sowie für die sozialen Dienste im Postgebäude auf Ende September 2018.

Für die sozialen Dienste hat die Stadt neue Büros im Erdgeschoss des Konsumhofs gefunden. Noch offen ist, wohin die Bauverwaltung zieht. Sie habe das Angebot geeigneter Räumlichkeiten bereits im letzten Winter geprüft, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Es sei äusserst eingeschränkt. «Wir sind mit Anbietern im Gespräch und versuchen, eine möglichst akzeptable Lösung zu finden.» Ebenso seien kleinere Eingriffe am Gemeindehaus unumgänglich. «Sie bleiben aber wie üblich auf das Mininum beschränkt.» (mso)