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ROMANSHORN: Stadt legt Hand auf Bunkerwiese

Das aufgeschüttete Landstück ist rechtlich gesehen Wasser und liegt auf Kantonsgebiet. Was die Stadt nicht daran hindert, es sich auch im überarbeiteten Zonenplan einzuverleiben. Ein heikles Unterfangen.
Markus Schoch
Die Bunkerwiese soll auch künftig Teil des Zonenplans von Romanshorn sein. (Bild: Reto Martin)

Die Bunkerwiese soll auch künftig Teil des Zonenplans von Romanshorn sein. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Die Bunkerwiese ist einer der schönsten Plätze in Romanshorn direkt bei der Hafeneinfahrt. Und sie ist seit Jahren auch Kampfarena, weil die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) auf der Grünfläche einen Abenteuerspielplatz (Robinshorn) eröffnen will, was nicht allen passt. Das Projekt ist Gegenstand eines seit Mai des letzten Jahres laufenden Rechtsstreites. Darin verwickelt sind nebst dem Thurgauer Heimatschutz auch diverse Privatpersonen, die sich gegen die Überbauung des Naherholungsgebietes wehren.

Das aufgeschüttete Gelände ist rechtlich gesehen Wasserfläche und gehört dem Kanton, der es 1984 der SBB beziehungsweise SBS für 50 Jahre zur Nutzung überliess. Die Stadt hat aber auch ihre Finger auf das kleine Landstück gelegt, indem sie es mit dem aktuell gültigen Zonenplan zur Touristikzone erklärte – und damit durch die Hintertür zum Hoheitsgebiet von Romanshorn.

Es war ein Versehen

Dass der Kanton als Bewilligungsinstanz dieses Vorgehen seinerzeit toleriert habe, sei ein Versehen gewesen, sagte Michael Janser vor über drei Jahren gegenüber dieser Zeitung. Er ist Leiter des Rechtsdienstes im Departement für Bau und Umwelt (DBU) in Frauenfeld. Die Grünfläche gehöre untrennbar zur Hafenanlage, die man nicht als Parzelle im Grundbuch eintragen könne. «Ebenso wenig kommt eine Einzonung in eine Bauzone in Frage.» Genau das hatte die Stadt aber getan.

Die Verantwortlichen in Romanshorn schätzten die Situation anders ein und wollten nicht von einem Fehler sprechen. Man habe das Thema eingehend mit den zuständigen Stellen in Frauenfeld diskutiert und sei zum Schluss gekommen, dass die Einzonung die beste Lösung sei, sagte Stadtentwicklerin Nina Stieger im September 2014.

Neu in der Touristik- und Freizeitzone

An dieser Beurteilung hat sich offenbar nichts geändert. Denn auch im Entwurf des überarbeiteten Zonenplans, zu dem sich die Bevölkerung derzeit äussern kann, ist die Bunkerwiese wieder eingezont. Und zwar ist sie jetzt Teil der Touristik- und Freizeitzone. Auch sie ist eine Bauzone. Erlaubt sind Hotel- und Restaurantbetriebe sowie Dienstleistungs- und Spezialbetriebe im Zusammenhang mit der See- und Freizeitnutzung.

Ob der Kanton erneut mitmacht, ist eine andere Frage. Und eine Frage, die sich im Moment nicht beantworten lässt. Sie sei derzeit «Gegenstand des laufenden Plangenehmigungsverfahrens sowie von Rechtsmittelverfahren gegen das Spielplatzprojekt auf der Bunkerwiese», sagt Janser vom DBU-Rechtsdienst. «Bei dieser Sachlage kann Ihnen das Departement keine Vorabbeurteilung zukommen lassen, sondern es sind die Entscheide in den Verfahren abzuwarten.»

Was die Stadt zu allem sagt, muss ebenfalls offen bleiben. Sie hat am letzten Donnerstag eine Stellungnahme für Mitte der nächsten Woche in Aussicht gestellt.

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