ROMANSHORN: Soziales Engagement wird belohnt

Flüchtlinge einstellen – wie geht das? Die Fachstelle Integration zeigt am Beispiel von Ilmi Gure Mahamud, dass dies auch für ein Unternehmen eine attraktive Option sein kann.

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Ilmi Gure Mahamud aus Somalia in der Restaurantküche. (Bild: PD)

Ilmi Gure Mahamud aus Somalia in der Restaurantküche. (Bild: PD)

Taten statt Worte – das sagte man sich bei der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt AG. Zum Unternehmen gehört auch die Gastronomie auf den Schiffen und im Restaurant Hafen. In der Restaurant-Küche arbeiten Menschen aus zehn Nationen. Einer von ihnen ist Ilmi Gure Mahamud. Der 28-jährige Somalier ist 2008 in die Schweiz eingereist. «Am Anfang war es sehr schwierig», erzählt der Vater einer einjährigen Tochter. «Alles war neu für mich, und ich musste sehr viel lernen: Deutsch, um die Anweisungen der Köche zu verstehen, Pünktlichkeit, und unter Zeitdruck zu arbeiten.»

Seit zwei Jahren ist Ilmi Gure Mahamud als Küchenhilfe tätig. Seine Vorgesetzte Dinah Gerster zeigt Geduld und unterstützt ihn. Für sie ist klar, dass soziales Engagement zu einem erfolgreichen Betrieb gehört. «Ilmi tut dem Team gut. Neue Themen und Ansichten werden diskutiert, und dies ist bereichernd.»

Sprache als Schlüssel zur erfolgreichen Integration

«Einen Flüchtling einzustellen bedeutet für einen Arbeitgeber einen zusätzlichen administrativen Aufwand. Doch es lohnt sich», sagt Geschäftsführerin Andrea Ruf. «Wichtig ist, dass die Vorgesetzten mit dem Arbeitgeber am gleichen Strick ziehen, um die Mitarbeiter im Arbeitsalltag einzubinden. In jedem Fall sind ausreichende Sprachkenntnisse entscheidend, aber auch der Wille, sich zu integrieren.» Der Begriff «vorläufig aufgenommen» schrecke Arbeitgeber manchmal ab, weiss Andrea Ruf aus Erfahrung. «Die Bewilligung kann jährlich beim Kanton verlängert werden.» Faktisch bleibe die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge mit einem Ausweis F hier.

«Unsere Mitarbeiter mit Flüchtlingsstatus sind ein wichtiger Bestandteil unserer Küchenmannschaft. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Personen aus dem Asylbereich gemacht und sind stolz, ihnen eine Perspektive bieten zu können», sind sich Andrea Ruf und Dinah Gerster einig. Auch Ilmi Gure ist glücklich mit seiner Arbeit. Nichts sei so zermürbend, wie beschäftigungslos herumzusitzen. (red)