ROMANSHORN: Sie zeigen mit Begeisterung Kunst

Gerda Leipold und Albert Mayer eröffnen heute die Ausstellung mit Bildern von Eva Stucki. Die Vernissage ist der Auftakt einer Jubiläumsserie zum fünfjährigen Bestehen ihrer Galerie im alten Hallenbad.

Markus Schoch
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Gerda Leipold und Albert Mayer mit einem Bild von Eva Stucki. (Bild: Reto Martin)

Gerda Leipold und Albert Mayer mit einem Bild von Eva Stucki. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

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@thurgauerzeitung.ch

Sie haben als Galeristen Lehrgeld bezahlt und so manche Überraschung erlebt. Die Begeisterung ist über die Jahre aber nur noch grösser geworden. «Es ist einfach wunderschön», sagt Gerda Leipold. Und Albert Mayer nickt. «Wir freuen uns riesig auf jede Ausstellung, die wir machen», sagt Leipold. Auch wenn es immer wieder aufs Neue ein Abenteuer für sie sei. Die beiden lassen sich aber nur zu gerne darauf ein. «Die Gespräche mit den Künstlern und Besuchern bereichern unser Leben und weiten unseren Horizont.»

Dieses Kribbeln im Bauch verspürt das Duo auch jetzt wieder. In den letzten Tagen haben sie die kleineren und grösseren Bilder der Romanshornerin Eva Stucki gehängt, die von heute bis zum 26. November in ihrer Galerie in Mayer’s altem Hallenbad gezeigt werden. Die Autodidaktin Stucki lässt sich gerne von der ­nahen Umgebung inspirieren. Von Dingen, die wachsen. Es sind aber nicht die Dinge selber, die sie faszinieren, sondern Räume und Linien, die sie als eine Art Baugerüst der Welt sieht.

An der Vernissage heute Abend können die Besucher nicht nur die Malerin Eva Stucki kennen lernen, sondern auch die ­Autorin Eva Stucki. Sie liest eigene Texte.

Es gibt keinen Grund, nicht zu kommen

Wer die Gelegenheit nicht nutze, sei selber schuld, sagt Mayer. Es gebe keinen Grund, nicht zu kommen. «Es ist zwar schön, wenn jemand etwas kaufen will. Wir sind aber nicht böse, wenn sich jemand bei uns einfach inspirieren lässt», sagt Leipold. Sie spricht im Zusammenhang mit dem alten Hallenbad denn auch lieber von einem Kulturraum als von einer Galerie. Kunst ist für Leipold und Mayer nichts Elitäres, sondern etwas intuitiv Zugängliches. Ein Bild beispielsweise müsse einem das Herz öffnen und im Innern bewegen – auch nach dem hundertsten Anblick.

Die Aufbauarbeit in den letzten fünf Jahren trage Früchte, sagt Mayer. «Man kennt uns langsam in der Region, aber auch in Künstlerkreisen.» Ihrer bisherigen Linie wollen sie treu bleiben. Videoinstallationen beispielsweise wird es im alten Hallenbad von Albert Mayer auch künftig eher nicht zu sehen geben. Ganz einfach deshalb, weil sich kaum jemand eine Videoinstallation fürs Wohnzimmer kaufe.

«Wir sind aber offen für vieles», sagt Leipold. So hätten sie beispielsweise schon fabelhafte Apparate von Ruedi Müller aus Lengwil ausgestellt. «Wenn der Funke springt, kennt unsere ­Begeisterungsfähigkeit fast keine Grenzen.»

Mayer’s altes Hallenbad, Kastaudenstrasse 11, Romanshorn. Die Vernissage heute ist um 19 Uhr.