ROMANSHORN: Seeanstoss macht den Unterschied

Die Stadt hat dem Tennisclub das Baurecht verlängert. Minigolfbesitzer Remo Arnold würde sich das Gleiche wünschen. Seit fünf Jahren bemüht er sich erfolglos um einen neuen Vertrag. Die Situation sei eine ganze andere, sagt Stadträtin Petra Keel.

Markus Schoch
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Am kommenden Sonntag wird die Minigolfanlage eröffnet. (Bild: Reto Martin)

Am kommenden Sonntag wird die Minigolfanlage eröffnet. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

2025 ist Schluss. Dann läuft der Baurechtsvertrag für die Minigolfanlage aus. Besitzer Remo Arnold würde die Laufzeit gerne verlängern, damit er alles verkaufen kann. Denn mit jemandem handelseinig zu werden, der nur acht Jahre Zeit hat, seine Investitionen zu amortisieren, ist ihm bis jetzt nicht gelungen. Der letzte Interessent ist Anfang Jahr abgesprungen, so dass Arnold kurzfristig neue Pächter für die Anlage suchen musste, die er mit Ruedi und Priska Stark dann auch tatsächlich fand. Bei der Stadt stösst Arnold mit seinem Anliegen auf taube Ohren. Seit bald fünf Jahren versucht er erfolglos, einen neuen Vertrag auszuhandeln.

Am Ufer soll Wassersport betrieben werden

Was Arnold verwehrt bleibt, ist kürzlich dem Tennisclub gelungen, dessen Anlage nur ein paar Meter entfernt liegt. Die Stadt hat den 2022 auslaufenden Baurechtsvertrag mit ihm verlängert.

Warum bietet die Stadt im einen Fall Hand und im anderen nicht? Die Lage des Geländes mache den Unterschied, sagt Stadträtin Petra Keel. «Das Areal des Tennisclubs liegt zwischen Badstrasse und Bahngleisen und hat keinen direkten Seeanstoss.» Anders sehe es bei der Minigolfanlage aus, was die Situation grundlegend verändere. «Im kommunalen Richtplan wie auch im Partizipationsverfahren zu den Begegnungsräumen sind klare Aussagen gemacht worden, dass im Ufergebiet vorwiegend wasserbezogene Nutzungen angesiedelt werden sollen», sagt Keel. Wörtlich heisst es dort: «Das Wassersportmekka wird am See etabliert.» Angeregt worden sei in diesem Zusammenhang etwa, die Minigolfanlage zu verlegen. «Zudem strebt die Stadt an, das Gastronomieangebot im Bereich des Seebades attraktiver zu gestalten und den Restaurationsbetrieb möglichst das ganze Jahr über offen zu halten», sagt Keel.

«Der Baurechtsvertrag für die Minigolfanlage ist nicht mehr zeitgemäss und der Stadtrat wird ihn in dieser Form nicht erneuern», stellt sie klar. «Es ist jedoch ohne Weiteres möglich, dass die Minigolfanlage vorläufig am jetzigen Standort bleibt.» Im Zusammenhang mit dem Bildungs- und Bewegungscampus sei die Stadt derzeit daran, alle Freizeit- und Sportanlagen auf ihren Zustand beziehungsweise ihren Standort zu überprüfen. «Ebenso gilt es, unsere Arbeiten mit dem kantonalen Sportanlagenkonzept und den übrigen Partnern wie Schulen und Vereinen zu koordinieren.»