ROMANSHORN: Schmerzende Einsamkeit

Er wollte einen Dokumentarfilm drehen, es wurde eine einfühlsame Geschichte über Landgrabbing in Kambodscha: Mehdi Sahebi war Gast im «Roxy».

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Es geht um das Volk der Bunong in Kambodscha, Bauern, die seit jeher Reisfelder bewirtschaften, diese aber nicht besitzen: Sehr viele Landenteignungen der Moderne geschehen mit dem Segen der Regierung, die Land verkauft und verpachtet. Am Donnerstagabend wurde im Kino Roxy der Film «Mirr» gezeigt, im Rahmen der Fastenkampagne von Fastenopfer und Brot für alle. Auf Einladung des lokalen Vorbereitungsteams war Regisseur Mehdi Sahebi zu Gast.

«Sie haben sich im Film selber gespielt, ihre Situation dargestellt, wenn sie auf ehemals frei zugängliche Felder keinen Zugriff mehr haben, weil sich darauf wie Krebsgeschwüre Kautschukplantagen ausbreiten», erzählte er. «Und sie haben sich damit auch etwas erhofft – inmitten ihrer Hoffnungslosigkeit. Sie haben an Selbstvertrauen gewonnen inmitten ihrer schmerzenden Einsamkeit», sagte Sahebi auf Fragen von Pfarrerin Martina Brendel. Und selbstverständlich könne und müsse man sich fragen, was inmitten des weltweiten Landraubes zu tun sei. Aus seiner Sicht sei vor allem die Politik in der Pflicht, etwas zu tun gegen «diese kurzfristige, kapitalistische Gier, die sich in diesen unsäglichen und todbringenden Plantagen manifestiert». Und für die Kinobesucher war klar, dass jeder und jede selber hinhören und hinsehen muss. Letztlich geht es um den eigenen Ressourcenverbrauch und um Respekt vor dem Leben.

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch