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ROMANSHORN: Renngeschichte im Alkoholtank

Die Autobau AG in Romanshorn hat eine neue Ausstellungshalle auf dem Geländes des ehemaligen Alkohollagers eröffnet. Im Backsteinbau Polygon stehen jetzt die Formel-1-Boliden des Rennstalls von Peter Sauber.
Barbara Hettich
Einsteigen bitte: Fredy Lienhards Sohn durfte auch einmal probesitzen. (Bild: Reto Martin)

Einsteigen bitte: Fredy Lienhards Sohn durfte auch einmal probesitzen. (Bild: Reto Martin)

Nick Heidfeld, Kimi Räikkönen oder Jacques Villeneuve – sie alle sassen einmal in einem Formel-1-Rennwagen von Sauber Petronas und schrieben Renngeschichte. Nun stehen all diese Rennboliden in Reih und Glied in der neuen Ausstellungshalle der Autobau AG in Romanshorn und erzählen Schweizer Renngeschichte. Fredy Lienhard hat dies möglich gemacht. 2009 hat der damalige Lista-Chef die Autobau-Erlebniswelt auf dem Areal des ehemaligen Alkohollagers eröffnet. Seither haben rund 90 000 Besucher die Ausstellungen besichtigt. «Dieser Erfolg hat uns den Mut gegeben, weiterzumachen», erklärte Lienhard bei der feierlichen Eröffnung des Polygons am Samstagabend. «Es hat uns immer gestört, dass wir das schönste und wertvollste Gebäude nicht nutzen konnten.»

Mit Denkmalpflege zusammengearbeitet

Der 12eckige Backsteinbau hat nun seine neue Bestimmung gefunden. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurde in den Stahltank im Inneren des Gebäudes ein Ausstellungsraum auf drei Etagen geschaffen. Von der ersten Blech-Seifenkiste von Lienhard bis zum schnittigen Porsche oder Ferrari kann man die schönsten Autos bewundern. Die unterste Etage ist ganz dem Sauber-Rennstall gewidmet. Peter Sauber hat dafür der Autobau AG zwölf Sauber-Formel-1-Fahrzeuge als Leihgabe überlassen. «Eine solch lückenlose Ausstellung der wichtigsten Fahrzeuge zwischen 1994 und 2005 hat es bis dahin noch nicht gegeben», zeigte sich Sauber sehr erfreut. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein.

Das Kind im Manne habe nun mal vier Räder, sagte Daniel Wessner, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Er überbrachte die Glückwünsche der Thurgauer Regierung. Fredy Lienhard habe sich durch seine Leidenschaft als Unternehmer ausgezeichnet: Leidenschaft sei leben, Vernunft bedeute existieren. Autos bewegen, würden Emotionen auslösen. Ob dafür oder dagegen – Autos liessen niemanden kalt lassen, so Wessner.

Denkmalpflegerin Bettina Hedinger dankte Fredy Lienhard für das richtige Gespür bei der Umnutzung. Sie blickte auf die rund 100jährige Geschichte und die Bedeutung des Polygons hin.

Ein Gebäude von nationaler Bedeutung umzugestalten, sei nicht alltäglich, erklärte auch Architekt Jürg Müller.

Schon Ideen für neue Projekte

Die geladenen Gäste waren begeistert. «Es ist einfach grossartig, was hier entstanden ist», freute sich Hans Fischer aus Romanshorn. Er war bis 1987 Betriebsleiter des eidgenössischen Alkohollagers und hätte es sich nicht erträumen lassen, dass in einem Stahltank, in dem einst rund 2,8 Millionen Liter reiner Alkohol lagerten, etwas so Schönes entstehen könnte.

Autobau werde nie fertig sein, so Fredy Lienhard, Ideen für das nächste Projekt habe er bereits im Kopf.

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