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ROMANSHORN: Orpheum wartet auf den Kuss

Die Stadt stellt die Weichen für ein Kulturzentrum. Unter anderem soll das Orpheum, der ursprüngliche Kinosaal aus den Zwanzigern, als Veranstaltungsort wiederbelebt werden. Öffentliche Gelder gibt es vorerst aber keine mehr.
Ralf Rüthemann

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

Ursprünglich wurde die Liegenschaft als Abbruchobjekt in den Büchern der Stadt geführt, doch heute – mit dem Erfolg des Kinos – sieht man Entwicklungschancen: Im Gebäude, wo auch das Kino Roxy drin ist, soll ein Kulturzentrum entstehen. Eva Maron, die ehemalige Wirtin der Wunderbar in Arbon, hat dazu eine Machbarkeitsstudie ausgearbeitet. «Mein Eindruck ist, dass sich die Kulturschaffenden der Stadt Romanshorn gerne engagieren», schreibt sie im Fazit der Studie. «Jeder potenzielle Veranstalter für das Kulturzentrum ist an einem anderen Punkt. Und dennoch verbindet sie die Vision des schönen Saals mitten im Ort.» Gemeint ist das sogenannte Orpheum – der ursprüngliche Kinosaal aus den Zwanzigerjahren, den es laut Eva Maron als neuen Veranstaltungsort – in seiner alten Pracht – «wachzuküssen» gilt. Heute wird er als Jugendtreff genutzt. Die leere Wohnung in der Liegenschaft wird in der Machbarkeitsstudie als Büro- und Nebenräumlichkeiten für den Kulturbetrieb gehandelt.

Momentan kein Geld mehr von der Stadt

Die Stadt bekennt sich zur Liegenschaft als Kulturort. Sie investierte im Jahr 2017 für die Umgebung Kino/Jugendtreff 170000 Franken. Weitere finanzielle Mittel sind vorerst nicht vorgesehen, dies hat der Stadtrat im Dezember beschlossen. Mit der Machbarkeitsstudie sollen nun den Vereinen und Kulturschaffenden jedoch die Türen offen stehen, etwas in die Wege zu leiten. «Um ein Kulturzentrum zu bespielen, braucht es eine übergeordnete Trägerschaft», erklärt Stadtpräsident David H. Bon. Im Dossier von Eva Maron ist von einer «IG Orpheum» die Rede. Was für Bon klar ist: Mit dem Verein für feines Kino, der das Kino Roxy betreibt, gibt es diesbezüglich grosses Potenzial. Stefan Krummenacher, Kulturbeauftragter der Stadt, ist im Austausch mit den Kulturschaffenden des Kino Roxy – die heute alle ehrenamtlich tätig sind – wie auch mit anderen Vereinen.

Sollte es zu einer Trägerschaft und zu der Schaffung eines Kulturzentrums kommen, ist es voraussichtlich vorbei mit der reinen ehrenamtlichen Tätigkeit. Die Studie sieht eine Geschäftsleitungsstelle als Leaderfigur vor. «In allen Gesprächen war der zentrale Punkt: Wer füllt, organisiert und programmiert den Saal?», so Maron. Um eine Geschäftsstelle finanzieren zu können, bräuchte es jedoch wieder mehr Geld. Im «groben finanziellen Betriebsmodell» der Machbarkeitsstudie sind öffentliche Gelder, Gönner, Sponsoren und Mitgliederbeiträge als potenzielle Einnahmequellen aufgeführt.

Jugendtreff «nicht mehr zeitgemäss»

Dem Jugendtreff in der heutigen Form ist in der Machbarkeitsstudie keine grosse Zukunft vorausgesagt. Auf lange Sicht sei der Treff in diesen dunklen Räumlichkeiten nicht mehr zeitgemäss: «Die Gesellschaftsstrukturen haben sich verändert, die Gewohnheiten jugendlicher auch und dies ruft nach neuen Angeboten.» Es sei wünschenswert, einen «soziokulturellen Ort mit Werkstätten, Kochgelegenheit, Workshops etc.» zu schaffen. «Wenn es die politische Debatte zulässt, sollte ein Prozess der Weiterentwicklung der Jugendarbeit als Teil des Kulturzentrums initialisiert werden», sagt Eva Maron. «Dies wiederum bedeutet Zeit und Geduld.»

Zeit und Geduld ist allgemein gefragt, konkret ist noch nichts: «Mit dieser Arbeit liegt kein fertiges Betriebskonzept vor, sondern der Versuch, aus der Pulsmessung und der kulturellen Positionierungen ein realistisches Szenario zu skizzieren.»

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