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ROMANSHORN: Natur immer mehr unter Druck

Der örtliche Vogel- und Naturschutz hat viel zu tun: mit der Instandhaltung des Naturschutzgebietes an der Aach, mit Nistkastenreinigungen und allgemein mit dem Einsatz für natürliche Lebensräume.
Markus Bösch
Freiwillige mit Maschinen und manuell im Einsatz: Das Naturschutzgebiet an der Aach, ein Kleinod am See, braucht sie. (Bild: Markus Bösch)

Freiwillige mit Maschinen und manuell im Einsatz: Das Naturschutzgebiet an der Aach, ein Kleinod am See, braucht sie. (Bild: Markus Bösch)

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich sollte Max Hilzinger an der Jahresversammlung des Vogel- und Naturschutzes für einmal im Mittelpunkt stehen und für seinen langjährigen Einsatz zum Ehrenmitglied ernannt werden. Doch es kam anders: Der Betreuer des Naturschutzgebietes an der Aach liegt momentan für eine grössere Abklärung im Spital. An seiner Stelle machte Emil Gsell klar: «Mit mehreren Hundert Stunden und zahlreichen Aktivisten halten wir und die Hochlandrinder das Gebiet im natürlichen Schuss. Dadurch erhalten unter anderem Fluss-Seeschwalben, Störche, Biber und Amphibien Lebensräume. Und damit steigt der ökologische Wert dieses Landstrichs am See.»

Ökologische Anforderungen sollen in Planung einfliessen

Das schlägt sich auch in der Rechnung 2017 nieder: «Wir konnten ein zweites Floss für Fluss-Seeschwalben installieren.» Die Rechnung schloss mit einem kleinen Plus. Im Budget 2018 rechnet der Verein mit einem Verlust von 2500 Franken, «vor allem wegen der Anschaffung eines Occasions-Transportgerätes für das Schutzgebiet», erklärte Kassier Beat Dönni. Neben kantonalen und lokalen Beiträgen sind die 151 Mitglieder für rund einen Drittel der Einnahmen verantwortlich. Sowohl mit seiner Rückschau als auch mit dem Blick in die nahe Zukunft zeigte der Präsident Edi Scheiwiller auf, dass dem Verein die Arbeit so bald nicht ausgehen wird – im Gegenteil: «An vier Arbeitstagen sind wir aktiv an der Aach und am See, im Sommer gehen wir gegen Neophyten vor. Im Herbst steht die Reinigung und Kontrolle von 345 Nistkästen an und mit Exkursionen machen wir auf die Schönheiten der Natur aufmerksam.» Das sei auch nötig, weil der Druck auf die Lebensräume immer mehr zunehme. In diesem Zusammenhang rief Scheiwiller auch dazu auf, sich bei der Vernehmlassung der Hafenstadt zum Rahmennutzungsplan zu äussern. Der Plan sei als Ganzes zwar zu begrüssen, es brauche aber im Bereich der Natur grundsätzliche Angaben zur zukünftigen Entwicklung und für deren Qualität. Auch bei der vorgeschlagenen Grünflächenziffer seien verbindliche ökologische Anforderungen nötig.

Faszinierende Luftakrobaten

Ein konkretes Projekt wird zudem Vorstandsmitglied Estelle Wiggenhauser im April angehen: Zusammen mit Vogelschützern will sie die Rauch- und Mehlschwalben in Romanshorn zählen, also sozusagen ein Inventar dieser Spezies anlegen. Im anschliessenden öffentlichen Vortrag über den Mauersegler gab der Ornithologe und Spezialist Rainer Ernst aus Gais Einblicke ins Leben dieser gefiederten Sommergäste: «Mauersegler sind Dauerflieger, entwickeln Fluggeschwindigkeiten über 200 Stundenkilometer und sind Koloniebrüter. Sie bei uns zu beobachten ist ebenso beeindruckend wie das Wissen um ihre langen Zugrouten.» Ihre Population sei zwar stagnierend, trotzdem bräuchten sie Schutz. Neben dem Wetter und ihren natürlichen Feinden machen ihnen vor allem auch die Menschen zu schaffen: zum Beispiel durch Wildern und den Einsatz von Pestizide.

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