ROMANSHORN: «Muss doch etwas tun gegen all die Ungerechtigkeit»

Zum 600-Jahr-Jubiläum von Bruder Klaus wurde im Pfarreisaal das Stück «Der Eremit» aufgeführt: Nachdenkliches zu einer bekannten Geschichte.

Markus Bösch
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Ein Mystiker trifft auf einen Religionsskeptiker. (Bild: Markus Bösch)

Ein Mystiker trifft auf einen Religionsskeptiker. (Bild: Markus Bösch)

Sie standen zu dritt auf der Bühne und zeichneten ein spannendes und herausforderndes Bild des Schweizer Nationalheiligen: Vor 600 Jahren lebte Niklaus von Flüe, und zu diesem Jubiläum schrieb Paul Steinmann ein Theaterstück. Unter der Regie von Dieter Ockenfels zeichneten Monika Gasser, Josef Blättler und Elmar Bühler am letzten Donnerstag im Pfarreisaal ein altes und gleichzeitig spannend-neues Bild dieses Mannes. Erst noch ist es der Pilger, der den Eremiten aufsucht, ihn befragt, in der Sprache jener Zeit. Doch plötzlich wechseln sie ins Heute, fragen sich über den Inhalt des Theaters und inwieweit dessen Worte die jetzt lebenden Menschen berühren – es entsteht ein überraschendes Hin und Her zwischen Vergangenheit, Theaterprobe und Realität.

Die Schauspieler stellen Fragen mitten hinein in jene Zeiten, die nach Antworten in der Gegenwart verlangen: Worum soll es ­gehen und womit lassen sich die Zuschauer bewegen und mitnehmen in den Lauf dieser Geschichte ? Und letztlich ist es die Welt selber, die auf die Bühne kommt. «Das ist doch einfach nicht richtig verteilt, und man muss doch etwas tun gegen all die Ungerechtigkeiten!», sagt der Pilger. Das Stück unternimmt den Versuch, eine wichtige Person der Vergangenheit in unsere Zeit hineinzuführen.

Markus Bösch

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch