ROMANSHORN: Mit Hunden vor dem Altar

Zum Abschluss der Schöpfungszeit feierten die Katholiken am Wochenende zwei Gottesdienste mit Tieren im Mittelpunkt.

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Am Gottesdienst empfingen Hunde und ihre Halter den Segen. (Bild: Markus Bösch)

Am Gottesdienst empfingen Hunde und ihre Halter den Segen. (Bild: Markus Bösch)

Für einmal standen am Schluss des Gottesdienstes in der katholischen Kirche mehrere Hunde vor dem Altar – und sie empfingen den Segen genauso wie ihre Besitzer und alle anderen Besucherinnen und Besucher: Einmal im Jahr drehen sich Liturgie, Predigt, Bibeltexte und Gebete um die Tiere, die sich wie alle Lebewesen «nicht fürchten sollen».

Tiere müssten sich heute vor allem vor den Menschen fürchten, sagte Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann. «Klimawandel, Massen- und Pelztierhaltung und Tierversuche sind nur einige Stichworte auf einer langen Liste. Abgründe tun sich auf, wenn Lebensräume zerstört werden und Ökosysteme zunehmend bedroht sind. Doch genauso wie den Menschen gilt auch den Tieren die göttliche Zusage», spannte Gaby Zimmermann in ihrer Predigt den Bogen in die heutige Zeit. Letztlich gehe es um die Entscheidung, ob wir Gott und dem Leben oder dem Mammon dienen wollen.

Und es gebe viele Menschen, die ein Herz für Tiere zeigten, beim Umgang mit ihnen, beim täglichen Konsum und bei der eigenen Mobilität. Wenn dereinst Frieden herrsche zwischen allen Lebewesen auf dieser Welt, Göttliches hereinbreche, komme dies allem Lebendigen zugute, meinte Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann.

Markus Bösch

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