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ROMANSHORN: Locorama ruft um Hilfe - Nachfolger für Präsident fehlt

In rund fünf Wochen findet die Jahresversammlung des Trägervereins statt. Und es ist immer noch kein Nachfolger von Präsident Adolf Müller gefunden.
Markus Schoch
In der ehemaligen Lokremise wird Eisenbahn-Geschichte lebendig. (Bild: Thi My Lien Nguyen/28.8.2017)

In der ehemaligen Lokremise wird Eisenbahn-Geschichte lebendig. (Bild: Thi My Lien Nguyen/28.8.2017)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Er blieb länger, als er wollte. Doch nun ist endgültig Schluss. Adolf Müller übernahm 2014 an der Gründungsversammlung das Präsidium des Locorama-Trägervereins, nachdem er 2007 über den ehemaligen Fahrdienstleiter des Bahnhof Romanshorn als Betreuer der Stellwerke zur Eisenbahn-Erlebniswelt gestossen war. Vor zwei Jahren wollte der Eschliker das höchste Amt abgeben, liess sich aber überreden, weiter zu machen. Und im letzten Jahr beknieten ihn die Verantwortlichen noch ein letztes Mal mit Erfolg, die Zügel im Verein in den Händen zu behalten. An der Jahresversammlung vom 15. März steht Müller aber nicht mehr zur Wahl. «Ich bin jetzt 81 Jahre alt und möchte gerne kürzer treten.» Zumal der Weg zwischen seinem Wohnort im Hinterthurgau und der Hafenstadt relativ weit sei. Der ehemalige Direktor des Technikums Winterthur bleibt dem Museum aber verbunden. «Ich werde weiter Führungen machen.»

Die einen waren nicht genehm, andere sagten ab

Dass es so weit gekommen ist, hat unterschiedliche Gründe. Es gab zwar Interessenten, die aber entweder dem Stiftungsrat nicht genehm waren oder im Vorstand des Trägervereins auf Widerstand stiessen. Und Kandidaten, die möglicherweise allen gepasst hätten, waren nicht bereit, in die Bresche zu springen. «Wir haben viele Personen gefragt, die wir als geeignet angesehen haben. Aber alle winkten ab,» sagt Beat Hirt, der Mitglied im Stiftungsrat des Locorama ist. Dass sich im ehemaligen Bähnlerdorf niemand für das Amt gewinnen lasse, habe ihn zuerst auch überrascht, sagt Müller. Aber viele der einstigen SBB-Mitarbeiter seien schlecht auf ihren früheren Arbeitgeber zu sprechen und wollten nichts mehr mit der Eisenbahn zu tun haben.

Wenn sich in den nächsten Wochen nicht noch jemand finde, «hat der Verein ein Problem», sagt Hirt. «Dann wird es voraussichtlich im Frühsommer zu einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung kommen, entweder um doch noch einen neuen Präsidenten zu wählen oder ansonsten zur Anpassung der Statuten, die aktuell noch einen Präsidenten vorschreiben.»

Was die Situation zusätzlich erschwert: Es gibt im Moment keinen Vize-Präsidenten, der den Verein vorübergehend führen könnte. Bernhard Berger, der gewählte Stellvertreter von Müller, ist im letzten Oktober aus diversen Gründen per sofort aus dem Vorstand zurück getreten.

«Es liegt der Stiftung viel daran, dass die Führungsposten des Vereins wieder besetzt werden können», sagt Hirt. «Für die Eisenbahn-Erlebniswelt wäre jemand mit Erfahrung in Marketing und Vertrieb ideal.» Die Aufgaben des Präsidenten seien vielfältig, sagt Hirt. Er führe die rund 40 freiwilligen Mitarbeiter, habe die Hauptverantwortung für den Betrieb der Locoramas beziehungsweise des Vereins und sei die Schnittstelle zum Stiftungsrat. Zudem habe er die technische Instruktion der Führer übernommen, sagt Müller. «Ich habe alle Unterlagen geschrieben.» Sein Nachfolger müsse das nicht unbedingt tun. «Wir haben im Vorstand Personen, die diesen Part übernehmen könnten.» Rund 300 Stunden arbeitete Müller im letzten Jahr fürs Locorama, davon etwa 100 Stunden in seiner Funktion als Präsident.

Dem Geld musste Müller nicht hinterher rennen. «Anders als in früheren Zeiten steht das Locorama finanziell gut da», sagt Hirt. Auch die neuen Strukturen gäben Stabilität. Die Stiftung mit Stadtpräsident David H. Bon an der Spitze kümmert sich um den Erhalt des bahnhistorischen Areals inklusive Gebäude und Anlagen. Der Trägerverein ist verantwortlich für den Museumsbetrieb. «Wir sind nicht immer gleicher Meinung, aber ziehen am gleichen Strick», sagt Müller. Und deshalb laufe es auch gut. Das Interesse wachse. «Wir hatten im letzten Jahr viele Führungen von Gruppen.»

Interessenten für das Präsidium können sich an Präsident Adolf Müller wenden. Seine Adresse: Hurnen 13, 8360 Eschlikon, Telefon 071 971 20 70, E-Mail: adolf.mueller@bluewin.ch

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