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ROMANSHORN: Leser war zu wenig genau informiert

Ein Leser fühlt sich von der «Thurgauer Zeitung» ungerecht behandelt und gelangt an den Presserat. Dieser heisst die Beschwerde in einem Punkt gut.

Die «Thurgauer Zeitung» hat am 19. November 2016 einen Artikel mit dem Titel «Ein skurriler Gedanke» zur Abstimmung über die zentrale Verwaltung in Romanshorn gemacht. Grundlage war ein Leserbrief von einem Romanshorner, in dem dieser sich unter anderem fragt, weshalb der Stadtrat über die Möglichkeit des Baus eines eigenen Stadthauses in einer von den Firmen Stutz AG und Maron AG geplanten Grossüberbauung schweige.

Der Leserbriefschreiber hat am 31. März 2017 beim Schweizer Presserat Beschwerde gegen den Bericht eingereicht. Er macht in sieben Fällen eine Verletzung der Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten geltend. Der Presserat gibt dem Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 17. Juli 2017 in einem Fall recht, weist die Beschwerde in allen anderen Fällen ab.

Zitate hätten autorisiert werden müssen

Nach Meinung des Presserates hätte die «Thurgauer Zeitung» den Mann ausdrücklich informieren müssen, dass sie seinen Leserbrief nicht veröffentlichen werde, sondern lediglich ausgesuchte Passagen daraus zitieren wird. Und dass sie ihn als Autor dieser Zitate mit Namen nennen werde. Er hätte dann entscheiden können, ob er diese Zitate autorisieren will. Ein ähnlich argumentierender Leserbrief derselben Person war am 20. November in der «Ostschweiz am Sonntag» erschienen, die wie die «Thurgauer Zeitung» zum Tagblatt-Verbund gehört. In punkto Recherche hat die «Thurgauer Zeitung» die entsprechende Richtlinie nicht verletzt. Sie habe über Ziel und Inhalt ihres geplanten Artikels ziemlich genau informiert, hält der Presserat fest. Auch der Wahrheitspflicht habe die «Thurgauer Zeitung» Genüge getan. Der Autor habe korrekt zitiert. «Und was er an Reaktionen einholte, entspricht der Wahrheit.»

Weiter befindet der Presserat, dass die «Thurgauer Zeitung» ihre Monopolstellung nicht ausgenutzt und ihre Berichtigungspflicht nicht vernachlässigt habe. Es sei keine Berichtigung notwendig gewesen, da die «Thurgauer Zeitung» faktisch richtig berichtet habe. Der Presserat hält der Redaktion sogar zugute, dass sie sich sehr bemüht habe, eine Lösung im Konflikt zu finden. Dass sie den Mann mit Namen im Artikel erwähnte, war gemäss Presserat kein Verstoss gegen die Richtlinie in Bezug auf die Identifizierung. Indem er der Zeitung einen Leserbrief mit seinem Namen zugeschickt habe, sei der Mann bereit gewesen, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Presserat erkennt keine Diskriminierung

Schliesslich kann der Presserat nicht erkennen, inwieweit er in seiner Menschenwürde tangiert worden sein soll. «Der Presserat erkennt keine Diskriminierung. Und er sieht nicht, dass die «Thurgauer Zeitung» den Mann in eine entwürdigende Situation gebracht hätte. (red)

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