Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ROMANSHORN: Kino wird zum Kulturhaus

Der Höhenflug des «Roxy» geht weiter. Dem Trägerverein gehören bereits über 1000 Mitglieder an. Erstmals beteiligt sich auch der Kanton mit Geldern aus dem Lotteriefonds am Betrieb.
Markus Schoch
Vereinspräsidentin Vreni Schawalder und Geschäftsführerin Andrea Röst halten das Tempo hoch. (Bild: Reto Martin)

Vereinspräsidentin Vreni Schawalder und Geschäftsführerin Andrea Röst halten das Tempo hoch. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Ein Ende des Erfolges ist nicht absehbar. Am Donnerstagabend feierte das «Roxy» das 5-Jahr-Jubiläum im Beisein von fast 200 Mitgliedern. Es gab nur fröhliche Gesichter. Denn das Kino entwickelt sich prächtig. Die Zahlen stimmen und die Aussichten sind gut.

Der Betrieb ist breit und weit über die Region Romanshorn hinaus abgestützt. Der Trägerverein zählt mittlerweile 1014 Mitglieder. Selbst beispielsweise für einzelne Ermatinger ist das «Roxy» zum nächsten Kino geworden. Andere sind seinetwegen sogar extra nach Romanshorn gezogen, wusste Geschäftsführerin Andrea Röst zu erzählen.

Die Anziehungskraft ist ungebrochen gross: Fast 13000 Besucher nahmen im letzten Jahr auf den roten Sesseln im Vorführraum Platz. Es gab nebst 341 Vorstellungen fast 30 Sonderveranstaltungen mit Regisseuren, Darstellern, Musikern und anderen Gästen.

Die Rechnung geht auch finanziell auf: Im letzten Jahr schrieb das «Roxy» schwarze Zahlen mit einem Gewinn von fast 8500 Franken. Bis vor wenigen Tagen ging Vereinspräsidenten Vreni Schawalder allerdings noch von einem Minus aus. Die Wende brachte Anfang Woche ein Brief aus Frauenfeld: Der Kanton teilte ihr mit, dass er das Beitragsgesuch bewillige und den Betrieb erstmals mit 15000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstütze. Sie habe sich sehr über die Zusage gefreut, sagte Schawalder am Donnerstagabend. Doch sie und ihre Kollegen im Vorstand wollen langfristig mehr. «Unser Ziel ist es, dereinst eine Leistungsvereinbarung über mehrere Jahre mit dem Kanton abzuschliessen», sagte Schawalder.

Neu kann das Kino den ganzen Nordtrakt nutzen

Mit der Stadt haben die Verantwortlichen des «Roxy» längst einen solchen Vertrag unterzeichnet, der im letzten Jahr um fünf Jahre verlängert wurde. Die Verhandlungen seien «in einer Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung» verlaufen, sagte Schawalder. «Die Stadt anerkennt die grosse Leistung unseres Vereins, und wir schätzen die Anstrengungen der Stadt zur Erhaltung dieses Kulturangebotes trotz eingeschränktem finanziellen Spielraum.» Die vorliegende Lösung sei «sehr, sehr gut», sagte Stadtpräsident David H. Bon, der die Glückwünsche des Stadtrates überbrachte.

Neu kann das «Roxy» den ganzen Nordtrakt der Liegenschaft nutzen, auch die Räume der Wohnung im Obergeschoss, wo es ein Büro, ein Sitzungszimmer/Kinderhort, ein Gästezimmer und eine Künstlergarderobe gibt. Dafür zahlt der Verein der Stadt neu 24000 Franken Miete pro Jahr statt 1800 Franken wie zuletzt. «Es eröffnen sich uns dafür neue Möglichkeiten und erleichtert uns die Arbeit.»

Vorstand setzt sich ehrgeizige Ziele

Gleichzeitig mit der räumlichen Erweiterung hat sich der Vereinsvorstand in einem Konzept zur Entwicklung des Betriebes ehrgeizige Ziele gesetzt. In der Vision ist das «Roxy» mehr als ein Kino. «Es ist ein einzigartiges Kulturhaus in der Grossregion Oberthurgau/Bodensee, lokal verankert mit überregionaler Ausstrahlung.» Ein sozialer und gesellschaftlicher Treffpunkt auch für alle Generationen und Kulturen und ein gefragter Veranstaltungsort mit vielfältig nutzbaren Räumen. «Das Angebot ist breit und die Qualität hoch», heisst es im Papier weiter. Führung und Organisation sind professionell, die technische Ausrüstung ist hochwertig und auf dem neuesten Stand. Gegenüber neuen Ideen wollen die «Roxy»-Macher offen sein und flexibel darauf reagieren.

Um sich in diese Richtung entwickeln zu können, seien diverse Anpassungen an der Programmstruktur nötig, sagte Schawalder: Vorgesehen ist unter anderem «der Ausbau hochstehender kuratierter Veranstaltungsreihen, verstärkte Kommunikation, leichte Aufstockung im Stellenetat und Gehaltsan- passung für professionelle Geschäftsführung im Rahmen vergleichbarer Institutionen sowie Rückstellungen für den Ersatz der technischen Infrastruktur.»

Die ersten finanziellen Auswirkungen sind im Budget für dieses Jahr ersichtlich, das einen Verlust von rund 11000 Franken vorsieht. Sie könnten sich einen solchen Abschluss für einmal leisten, meinte Schawalder mit Verweis auf das Eigenkapital in der Höhe von über 270000 Franken.

Helfer leisten über 5000 Stunden freiwillig Einsatz

Die schönsten Pläne und alles Geld nützten nichts, wenn niemand da sei, der sie verwirkliche, sagte Schawalder. Das «Roxy» sei nur dank der rund 50 freiwilligen Helfer eine Erfolgsgeschichte. «Sie leisteten im vergangenen Jahr – zusammen mit dem Vorstand – weit über 5000 Stunden unentgeltliche Arbeit.» Treibende Kraft sei Geschäftsführerin Andrea Röst, der grosser Dank gebühre. «Wir alle schätzen ihr umsichtiges Wirken, die kluge Programmgestaltung und das Schaffen einer wohltuenden Atmosphäre in unserem Kino».

Blumen gab es aber auch für Schawalder selber, die «ein unglaubliches Engagement» an den Tag lege, sagte Vizepräsidentin Clara Mathis. «Sie sprüht vor Ideen, scheut keinen Aufwand und sorgt für einen äusserst angenehmen Umgang auf allen Ebenen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.