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ROMANSHORN: Katholiken wollen Nothilfe leisten

Die Kirchgemeinde bereitet sich auf die schwierigen Diskussionen zu einem neuen Pastroralraum im Oberthurgau vor und will sich wieder verstärkt um hilfsbedürftige Menschen in der Pfarrei kümmern.
Markus Schoch
Auf dem Kirchengelände soll es einen modernen Postenlauf geben. (Bild: Nana do Carmo/16. Juni 2011)

Auf dem Kirchengelände soll es einen modernen Postenlauf geben. (Bild: Nana do Carmo/16. Juni 2011)

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Es lief in der Vergangenheit gut, es läuft in der Gegenwart gut. Und was ist zu tun, damit es auch in Zukunft noch gut läuft? Diese Frage haben sich die Verantwortlichen der katholischen Kirchgemeinde in den letzten Monaten gestellt. Die Antworten liegen noch nicht alle vor. Aber die Beteiligten wissen immerhin ziemlich genau, wo sie ansetzen wollen.

Geplant ist unter anderem eine Umfrage unter Jugendlichen und deren Eltern. Dabei geht es darum zu erfahren, welches ihre Bedürfnisse sind. Ziel ist, sie und andere Bevölkerungsgruppen enger ins Gemeindeleben einzubinden. Dazu will die Kirchgemeinde auch neue Berührungspunkte schaffen, beispielsweise mit einem modernen Postenlauf auf dem Kirchengelände.

Leitsätze und Strategien erarbeitet

Um festzulegen, wohin die Reise gehen soll, muss man vor allem aber auch wissen, wo man heute steht. Eine Projektgruppe hat deshalb fünf Leitsätze und 14 daraus abgeleiteten Strategien erarbeitet, die Daniel Bischof an der Budgetgemeinde am Mittwochabend den 62 anwesenden Kirchbürgern vorstellte. «So ist der Auftrag an alle Mitarbeiter und Mitglieder klarer und verbindlicher geregelt.»

Die Grundsätze verglich Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel mit einem Legislaturprogramm. Darin heisst es etwa, dass die Kirchgemeinde christliche Werte verkünden und vorleben wolle und dass zu diesen christlichen Werten auch die Bewahrung der Schöpfung und faires Handeln gehöre. Die Kirchbürger sind jetzt aufgerufen, sich zu den Leitsätzen und Strategien zu äussern, die an der Rechnungsgemeinde Mitte Jahr verabschiedet werden sollen.

Damit erhalten sie eine Art offiziellen Charakter. Und werden für die Kirchenvorsteherschaft zu «einem wichtigen Papier», betonte Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann. Wichtig vor allem mit Blick auf die Diskussionen um den Pastoralraum, der im Oberthurgau gegründet werden soll. Im Moment ist zwar nicht absehbar, wann der stockende Prozess richtig anläuft. Aber früher oder später komme der Moment. Und dann habe man ein Dokument in der Hand, das die Grenzen in den Gesprächen klar abstecke, hiess es am Mittwochabend.

Die Leitsätze sind für die Kirchgemeinde aber auch ein Auftrag an sich selber, den sie ernst nehmen will. Und auch ernst nimmt. So haben sich die Katholiken aus Romanshorn, Salmsach und Uttwil auf die Fahne geschrieben, vor Ort nahe bei den Menschen und ihrer Lebenswelt zu sein. Um diesen diakonischen Anspruch zu erfüllen, soll jetzt eine Fachperson angestellt werden, die hilfsbedürftigen Menschen jeglicher Art mit Rat und Tat zur Seite steht.

Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft

Damit steigere die Kirchgemeinde ihre Glaubwürdigkeit, sagte Irene Meli, die das Projekt vorstellte und von ihren Erfahrungen beim Sozialdienst St. Peter und Paul der katholischen Kirchgemeinde Winterhur Stadt berichtete. Es gehe um den Dienst am Nächsten und damit um einen Beitrag zu einer friedlicheren und gerechteren Gesellschaft, zitierte Meli Bischof Felix Gmür. Konkret sieht das Pflichtenheft die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Menschen in Not beziehungsweise den Aufbau, die Leitung und Begleitung von Projekten vor. Aber auch die Betreuung von Freiwilligen gehört dazu. «Das Tätigkeitsfeld ist riesig, wir werden Schwerpunkte setzen müssen», sagte Walliser Keel.

Die betreffende Person soll Anfang des nächsten Jahres die Arbeit aufnehmen mit einem Pensum zwischen 50 und 80 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Kirchbürger an der Rechnungsgemeinde die Stelle bewilligen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie es tun, wie die Diskussion am Mittwochabend zeigte. Diverse Kirchbürger begrüssten die Idee. Es sei aber wichtig, dass der Diakon das nötige Know how mitbringe, mit belastenden Situationen umgehen könne und sich gut vernetze.

Völliges Neuland betritt die Kirchgemeinde nicht. Toni Loser kümmerte sich bereits zwischen 2004 und 2011 in einem 30-Prozent-Pensum um die kleineren und grösseren Sorgen von Menschen, die alleine nicht mehr weiter wissen. Bis vor Kurzem war er noch Hilfsmesmer. Dieses Amt hat er jetzt nach 14 Jahren an Werner Rupflin übergeben. Die grosse Schwäche von Toni Loser sei das grosse Glück der Kirchgemeinde gewesen, sagte Kirchenvorsteherin Angelika Seargent bei der Verabschiedung: «Du kannst nicht Nein sagen und hast uns dadurch oft aus der Patsche geholfen, wofür wir dir sehr dankbar sind.»

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