ROMANSHORN: Kampf ums Paradies

Es gab 13 Einzel- und 2 Sammeleinsprachen gegen das Konzessionsgesuch für den geplanten Abenteuerspielplatz der Bodensee Schifffahrt. Der Heimatschutz spricht von einer Verschandelung des Ufers.

Markus Schoch
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Die SBS will Betrieb auf die Bunkerwiese bringen, gewisse Kreise möchten sie weiter als Erholungsgebiet nutzen. (Bild: Reto Martin)

Die SBS will Betrieb auf die Bunkerwiese bringen, gewisse Kreise möchten sie weiter als Erholungsgebiet nutzen. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Für die einen soll es ein Paradies werden, für die anderen ist das Stück Land am Wasser bereits der Garten Eden, den sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wollen. Am geplanten Abenteuerspielplatz auf der Bunkerwiese direkt bei der Hafeneinfahrt scheiden sich weiter die Geister. 13 Einzel- und 2 Sammeleinsprachen sind gegen das Konzessionsgesuch eingegangen, das den Bau der Anlage ermöglichen soll. Allein 35 mehr oder weniger identische Schreiben stammen aus dem Umfeld der IG Bunkerwiese für alli, die das Projekt der Schwei­zerischen Bodensee Schifffahrt bereits mit einer von über 1000 Personen unterschriebenen Petition zu verhindern suchte.

Das Vorhaben sei ganz generell und besonders wegen der beiden 11 und 20 Meter hohen Türme zonenwidrig, nicht mit dem Ortsbildschutz vereinbar und widerspreche dem Romanshorner Richtplan, wo die Bunkerwiese als erhaltenswertes Ensemble bezeichnet werde, heisst es in der Sammeleinsprache der IG. Mit dem kostenpflichtigen Spielplatz wäre entgegen den Bestimmungen in der bestehenden Konzession auch die öffentliche Zugänglichkeit des Areals nicht mehr ­gewährleistet, geben die Einsprecher zu bedenken. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den «unerträglichen und geschäftsschädigenden» Lärm, dem die Bewohner an der Hafenstrasse beziehungsweise die Gäste der Gastrobetriebe dort ausgesetzt wären, wenn sich Hunderte auf dem Spielplatz aufhalten würden, wie es in der Einsprache heisst. Schliesslich verletze das Bauvorhaben auch das Wassernutzungsgesetz, indem etwa «der Gemeingebrauch übermässig beinträchtigt würde».

Nicht kommerziellen Interessen opfern

Keine Freude am «Robinshorn» hat auch der Thurgauer Heimatschutz. Er kritisiert ebenfalls, dass mit dem Spielplatz «die freie Nutzung der Bunkerwiese massiv eingeengt» würde, was nicht im Interesse der Allgemeinheit sein könne, sagt Geschäftsführer Gianni Christen. Der Park sei ein «wunderbares Erholungsgebiet» und dürfe nicht kommerziellen Überlegungen geopfert werden. Es liege zudem im Gebiet der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos). «Das schöne Seeufer würde durch den Spielplatz negativ beeinträchtigt», sagt Christen. Und weiter: «Betrachtet man die Dimension des Projektes, kommt man nicht umhin, gar von einer Verschandelung des Seeufers zu sprechen.» Nach Meinung von Christen müsste zudem ein Gestaltungsplan erarbeitet und ein ordentliches Bau­bewilligungsverfahren durchgeführt werden. Erstaunlich sei ausserdem, dass mit dem geplanten Parkplatz bei der Werft ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung beeinträchtigt würde. Die Auseinandersetzung könnte sich in die Länge ziehen: Die Einsprachen können weiter ans Verwaltungsgericht und ans Bundesgericht gezogen werden.

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