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ROMANSHORN: Im Würgegriff der Vorschriften

Der Gewerbeverein wächst stark und ist gemäss Kantonalverband eine Perle. Schwer zu schaffen machen den Unternehmern die Bürokratie und der Einkaufstourismus.
Markus Schoch

Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte: 2015 traten 17 Firmen dem Gewerbeverein bei, 2016 waren es 18. «Wir haben jetzt 155 Mitglieder», konnte Kassier Christian Von Moos an der Generalversammlung am Donnerstagabend verkünden. Zum Vergleich: Ende 2009 ­waren es 121. «Es geht weiter aufwärts. Die Mundpropaganda funktioniert sehr gut.» Die ­positive Entwicklung sei das Verdienst eines äusserst engagierten Vorstandes mit Präsident Roland Schneeberger an der Spitze, sagte in ihrer Grussbotschaft Brigitte Kaufmann, die den Bereich Politik beim Thurgauer Gewerbeverband leitet. «Die Sektion ist eine Perle.»

Werner Zürcher wird Ehrenmitglied

Es gab im letzten Jahr aber auch einen Austritt, und zwar einen besonders schmerzlichen, sagte Schneeberger. Es geht um Goldschmied Werner Zürcher, der Ende des letzten Jahres nach 56 Jahren sein Geschäft an der ­Alleestrasse in Romanshorn geschlossen hat und sich unermüdlich bis zuletzt für die Interessen des Gewerbes eingesetzt hatte. Für seine besonderen Verdienste erhält er die Ehrenmitgliedschaft.

Im Alltag macht den Gewerbetreibenden vor allem die Bürokratie zu schaffen. «Sie erdrückt uns immer mehr. Das Einhalten der Gesetze und Vorschriften ­bindet uns bald mehr als das ­operative Tagesgeschäft», sagte Schneeberger. Einen Lehrling anzustellen und auszubilden, «erfordert mittlerweile überirdische Fähigkeiten». Schwierig sei vor allem, das nötige Verständnis für die Sorgen und Nöte der Jugendlichen aufzubringen. «Und dennoch kann ich Sie nur ermutigen, unserem Nachwuchs eine Chance zu geben», meinte Schneeberger. Ein Vorbild nehmen könne man sich an Urs Köppel, der im letzten Jahr mit dem Titel «Lehrmeister des Jahres» ausgezeichnet worden sei. «Eine Riesenleistung.»

«Wir setzen unsere Existenz aufs Spiel»

Das wirtschaftliche Umfeld sei im letzten Jahr erneuert schwieriger geworden. Immerhin seien die Zinsen so tief wie noch nie, was den Bausektor beflügele. Ein grosses Problem in der Region sei nach wie vor der Einkaufstourismus. «Warum will es nicht in unsere Köpfe, dass mit dem Einkauf im Ausland unsere Lehr­stellen, Arbeitsplätze und unsere Existenz auf dem Spiel stehen?», fragte Schneeberger in die Runde. Tragisch sei, dass gar nicht mehr verglichen werde, ob ­Produkte in der Schweiz mehr kosten, weil es Allgemeingut sei, dass es im Ausland billiger sei. «Aber das stimmt so nicht. Es ist an uns, diese Botschaft breit zu streuen und zu hoffen, dass sie jeder versteht.» Jammern bringe nichts, ist Schneeberger überzeugt. «Schauen wir positiv vorwärts, alles andere macht krank.»

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

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