ROMANSHORN: «Ich bin sehr dankbar»

Die Romanshorner haben Hermann Hess gestern den Weg frei gemacht zum Bau eines Hotels auf der Hafenpromenade.

Markus Schoch
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Sieger und Verlierer im Gespräch: Reiner Villinger von der IG Hafen, Stadtpräsident David H. Bon und Hermann Hess. (Bild: Markus Schoch)

Sieger und Verlierer im Gespräch: Reiner Villinger von der IG Hafen, Stadtpräsident David H. Bon und Hermann Hess. (Bild: Markus Schoch)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Die Sonne strahlte gestern Nachmittag über Romanshorn. Und Hermann Hess tat es auch, als er sich auf der Hafenpromenade den Medien stellte. Die Stimmbürger hatten sich eben mit einem Ja-Stimmenanteil von ­ 63 Prozent bei einer Stimmbeteiligung von 51 Prozent bereit erklärt, ihm 3900 Quadratmeter Land für rund 2 Millionen Franken zu verkaufen, damit er dort das grösste Hotel im Thurgau mit mindestens 100 Zimmern bauen kann.

Er habe mit einem solchen Ergebnis gerechnet, auch wenn er es nicht als Selbstverständlichkeit nehme, sagte Hess. «Ich bin den Romanshornern sehr dankbar für das Vertrauen, dass ­ sie mir entgegenbringen.» Ein eigentliches Projekt gibt es noch nicht. Hess muss es jetzt im Rahmen eines Gestaltungsplans ­entwickeln. Wie viel Zeit dieser Prozess in Anspruch nimmt, ­könne er nicht sagen. «Wenn ­ alle wollen, geht es schnell. Wenn es sehr kompliziert wird, dauert es länger.» Die entscheidende Frage, die von den massgeblichen Stellen beantwortet werden ­müsse: Soll die Zukunft von Romanshorn gestaltet werden, oder geht es darum, die Vergangenheit des ehemaligen Bähnlerdorfes ­ zu verwalten? Hess spielte damit auf das geschützte Ortsbild von Romanshorn an. Gemäss einem Gutachten der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege und der eidgenössischen Kommission für Natur- und Heimatschutz aus dem Jahr 1989 sind den baulichen Entwicklungen ­ auf dem ehemaligen Güter­schuppenarel sehr enge Grenzen gesetzt. Also dort, wo er seine Pläne verwirklichen will: Ein ­Hotel in dieser Grösse sahen die Experten vor 20 Jahren ganz klar nicht.

Zumindest muss Hess nicht befürchten, dass ihm die IG Hafen Knüppel zwischen die Beine werfen wird. Die Vereinigung hatte den Landverkauf unter ­anderem bekämpft, weil das ­geplante Hotel nur realisiert ­werden könne, wenn alle baurechtlichen Vorschriften missachtet würden. Der Entscheid sei «schade», sie würden ihn aber akzeptieren, sagte Vorstandsmitglied Reiner Villinger. Erfreut über das gestrige Resultat zeigte sich ­das überparteiliche Ja-­Komitee: ­Der Entscheid sei ­ «eine grosse Chance für Romanshorn».