ROMANSHORN: Hilferuf aus dem Paradies

Sie hinterliessen Zehntausende Franken Schulden und eine Anlage in einem desolaten Zustand: Die zwei Pächterinnen der Romanshorner Minigolfanlage sind Knall auf Fall verschwunden. Jetzt läuft ein Kampf gegen die Zeit, damit die Minigolfer doch noch in die Saison starten können.

Markus Schoch
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Priska und Ruedi Stark haben alle Hände voll zu tun, wie hier beim Abladen einer Festbank. (Bild: Reto Martin)

Priska und Ruedi Stark haben alle Hände voll zu tun, wie hier beim Abladen einer Festbank. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Es ist nicht so gelaufen, wie es sich Remo Arnold vorgestellt hat. «Die Sache ging völlig in die Hosen.» Mit den Pächterinnen im letzten Jahr hatte er kein Glück. Dabei war Arnold sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben, wie er vor einem Jahr zum Saisonstart erklärte. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellte. Die beiden Frauen machten sich Ende Juli Knall auf Fall aus dem Staub und hinterliessen Schulden in der Höhe von mehreren zehntausend Franken. «Sie zahlten keine Rechnungen.»

Das Blatt schien sich für Arnold dann aber doch noch zum Guten zu wenden. Er fand jemanden, der Interesse zeigte, ihm die 1991 erworbene Anlage abzukaufen, was er seit sechs Jahren vergeblich versucht hatte. Doch die Hoffnung zerschlug sich Ende Februar nach langen Verhandlungen. Damit kam Arnold in Zugzwang. Er musste neue Pächter suchen, die er innert kurzer Zeit tatsächlich fand. Es ist das Ehepaar Ruedi und Priska Stark. Die beiden hatten das Minigolf-Restaurant bereits zwischen 2011 und 2013 geführt. Jetzt übernehmen sie die ganze Anlage.

«Anlage befindet sich in einem desolaten Zustand»

Die Gastronomen wollten sich eigentlich in Thailand eine neue Existenz aufbauen, wo sie zuletzt lebten. Eine SMS von Arnold führte sie letzte Woche zurück nach Romanshorn. «Als wir uns die Anlage anschauten, mussten wir zuerst einfach nur weinen», sagt Priska Stark. «Sie befindet sich in einem absolut desolaten Zustand.» Es fehlt an allen Ecken und Enden. «Wir brauchen Festbankgarnituren, aber auch Mülleimer und anderes mehr.» Im Moment gibt es nicht einmal fliessendes Wasser. Vieles ist zudem kaputt. «Am Dienstag haben wir sieben Stunden lang nur Abfall rausgetragen», sagt Priska Stark.

Es wartet noch viel Arbeit auf die neuen Pächter. Trotzdem will das Ehepaar die Minigolfanlage bereits am 2. April eröffnen – einen Monat später als üblich. Doch alleine werden sie es nicht schaffen. «Wir haben nur sehr begrenzte finanzielle Mittel und sehr wenig Zeit», sagt Priska Stark. Sie und ihr Mann brauchen aber nicht in erster Linie Geld, um ihren Traum verwirklichen zu können. Sie sind auf handwerklich geschickte Personen angewiesen, die in Fronarbeit bei ihnen Hand anlegen.

Am Montag haben sie auf Facebook einen entsprechenden Aufruf gemacht. «Es haben sich bereits einige Helfer gemeldet, aber es sind noch nicht genug», sagt Priska Stark. Gesucht ist beispielsweise jemand, der die Türschlösser reparieren könnte. «Und auch ein Maler wäre nicht schlecht», sagt sie und zeigt auf die WC-Türen, die von Wind und Wetter gezeichnet sind. Nur gemeinsam könne es gelingen, das «kleine Paradies am See» zu neuem Leben zu erwecken. «Unterstützen wir doch für einmal etwas Erhaltenswertes im eigenen Dorf», schreibt das Ehepaar in seinem Aufruf.

Interessierte können sich unter Telefon 078 604 63 04 oder 079 452 80 31 melden.