ROMANSHORN: Heeb hält Oberholzer auf Distanz

Der Versuch des Grünen-Stadtrats Urs Oberholzer, Hanspeter Heeb das Primarschulpräsidium zu entreissen, scheitert glorios. Der Herausforderer bleibt gegen den einstigen politischen Weggefährten chancenlos.

Max Eichenberger
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Bleibt letztlich unangefochten Romanshorner Primarschulpräsident: Hanspeter Heeb. (Bild: Reto Martin)

Bleibt letztlich unangefochten Romanshorner Primarschulpräsident: Hanspeter Heeb. (Bild: Reto Martin)

Max Eichenberger

max.eichenbeger@thurgauerzeitung.ch

Mit einem Stimmenanteil von satten 73 Prozent fuhr der amtierende Schulpräsident einen haushohen Wahlsieg ein. Dies bei einer Wahlbeteiligung von 37,6 Prozent. Das Ergebnis war vorauszusehen, aber nicht in dieser Deutlichkeit. Oberholzer, Schulleiter in Egnach, der zuvor auf Primar- und Sekundarschulstufe als Lehrer tätig gewesen war, hatte die Kandidatur damit begründet, beruflich nochmals eine Weichenstellung vornehmen zu wollen. In einem Doppelmandat als Stadtrat und Schulpräsident sah er eher Vor- als Probleme.

Das Unterfangen ist Oberholzer deutlich misslungen. Denn ihn trug auch keine Mission in den Wahlkampf, ein Schiff vor dem Versinken retten zu müssen. Der Grünen-Stadtrat hatte sogar eingeräumt, dass es an der Primarschule gut laufe. Was Heeb auch die Schulleiter attestierten.

Angriffsflächen, was seine Schulführung betrifft, bot Heeb nicht. Sein Klageeifer – in Fällen von angezeigter Persönlichkeitsverletzung – hatte Heeb 2016 den Sitz im Bezirksgericht gekostet. Das Ganze scheint jetzt aber gegessen. Bis zu Heebs Wechsel 2014 von den Grünen zu den Grünliberalen waren die Kontrahenten Parteifreunde. Die langjährigen politischen Weggefährten taten sich im «Wahlkampf», der keiner war, nicht weh. Vielleicht, muss Oberholzer heute einsehen, wäre es besser gewesen, er hätte Heebs Rat befolgt: nämlich auf eine Kandidatur zu verzichten.