ROMANSHORN: Gutes Ergebnis in harten Zeiten

Das EW Romanshorn hat in einem nicht einfachen Umfeld im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 477000 Franken erwirtschaftet. Dank tiefer Preise ist die Genossenschaft im Markt gut aufgestellt.

Markus Schoch
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Markus Schoch

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@thurgauerzeitung.ch

Es sind keine einfachen Zeiten für Stromversorger wie das EW Romanshorn. Die Energiewende ist eine grosse Herausforderung. Vor allem wegen der damit verbundenen (politischen) Unsicherheiten, sagte Verwaltungsratspräsident Jakob Küng an der Generalversammlung am Montagabend im Brüggli vor 199 der aktuell insgesamt 564 Genossenschafter.

Der Verwaltungsrat habe deshalb die Positionierung des Unternehmes überprüft. «Wir kamen zum Schluss, dass wir kurz- und mittelfristig strategisch gut aufgestellt sind.» Der Prozess laufe aber weiter. «Wir schauen uns jetzt auch die langfristigen Perspektiven mit einem externen Partner an.»

Aktuell sieht es sehr gut aus. Das EW schliesst das Rechnungsjahr mit einem Plus von rund 477000 Franken ab und knüpft damit nahtlos an die positiven Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit an. «Dieses sehr gute Resultat konnten wir in einem nicht einfachen Umfeld erarbeiten», sagte Küng.

Vom Bilanzgewinn in der Höhe von 745000 Franken weist das EW 423000 Franken den Gewinnreserven zu, rund 300 000 Franken trägt es auf die neue Rechnung vor und mit 16680 Franken werden die Anteilscheine verzinst. Im Strommarkt bestehen kann das EW Romanshorn vor allem dank vergleichsweise günstiger Preise. «Bei der Energie liegen wir deutlich unter dem schweizerischen Mittelwert, sagte Geschäftsführer Joh van der Bie.

Auf Platz 131 im offiziellen Ranking

Die Genossenschaft belegt im offiziellen Ranking der staatlichen Regulierungsbehörde Elcom Platz 131 von insgesamt 642 Energieversorgern der Schweiz. «Und das, obwohl wir kontinuierlich in die Erneuerung der Anlagen investieren und die Versorgungssicherheit hoch ist», betonte van der Bie. Auch beim Wasser sind die Preise unterdurchschnittlich. Als Meilenstein bezeichnete Verwaltungsratspräsident Küng die neuen Zusammenarbeitsverträge mit der Stadt Romanshorn, denen jahrelange Verhandlungen vorausgegangen waren, die sich nicht zuletzt wegen der komplizierten Rechtslage in die Länge gezogen hatten. «Damit sind die Beziehungen nach einem etwa drei Jahre dauernden vertragslosen Zustand wieder auf eine stabile rechtliche Basis gestellt worden.» In diesem Zusammenhang dankte Küng der Stadt, die immer wieder zu pragmatischen Lösungen Hand geboten habe. Stadtpräsident David H. Bon gab das Kompliment ­zurück. «Die Zusammenarbeit funktioniert super und ist unkompliziert.»

Entschieden hat der Verwaltungsrat, am heutigen Standort an der Bankstrasse mittelfristig festzuhalten. Die Gebäulichkeiten sollen renoviert und an die künftigen Anforderungen angepasst werden. Sie seien jetzt im intensiven Kontakt mit der Stadt, um ihre Bedürfnisse einzubringen mit Blick auf die laufende Überarbeitung des Zonenplans, sagte Küng.

Im Amt bestätigt worden sind Verwaltungsratsmitglied Bruno Messmer und Verwaltungsratspräsident Küng, dem Vizepräsident Thomas Maron für die «tolle Zusammenarbeit» im Team dankte.