ROMANSHORN: Gute Rendite soll Investoren locken

Die Kornhaus AG sucht in einem Inserat Geldgeber für den teilweisen Umbau des Lagerhauses zum Museum und verspricht ihnen einen hohen Zins. Es gebe keinen Grund zur Besorgnis, versichern die Eigentümer.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Visualisierung des Lagerhauses nach dem Umbau, mit dem unter anderem Platz für ein Restaurant geschaffen wird. (Bild: PD)

Visualisierung des Lagerhauses nach dem Umbau, mit dem unter anderem Platz für ein Restaurant geschaffen wird. (Bild: PD)

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Es will nicht so recht zusammenpassen. Die Eigentümer der Liegenschaft sagen, ihr Projekt stosse auf grosses Interesse. Ein nicht unerheblicher Teil der Lofts und Appartements sei bereits verkauft, liessen sie wiederholt verlauten. Gleichzeitig schalten sie in diesen Tagen Inserate und ­suchen 3,5 Millionen Franken. Den Investoren verspricht die Kornhaus AG eine Festrendite von 5 Prozent mit einer Laufzeit von drei Jahren und bietet Grundpfandsicherheit. Das ist im aktuellen Umfeld relativ teures Geld, das die Besitzer des ehemaligen Lagerhauses am Romanshorner Hafen eigentlich haben müssten, wenn es tatsächlich so gut läuft, würde man meinen.

Es laufe tatsächlich gut, versichert Sven Bradke, der Mediensprecher der Kornhaus AG. Die 3,5 Millionen Franken seien für den Museumsbereich gedacht, der separat angesehen werden müsse. «Museen brauchen für den Ausbau, die Infrastruktur und die Miete entsprechende ­finanzielle Unterstützung. In der Branche wird allein für die Ausstellungsinfrastruktur von 3000 Franken pro Quadratmeter gesprochen.» Weil es nicht ganz einfach sei, in diesem Bereich Anleger zu finden, sei der Zinssatz relativ hoch. «Man muss den Investoren etwas bieten.» Dass sie Museumsflächen anbieten werden, stehe ausser Frage. «Sie sind Teil der Nutzung und im Projekt enthalten, für das wir Mitte Mai die Baubewilligung erhalten haben.» Bereits bekannt ist, dass das Schweizerische Spielmuseum gerne in Romanshorn eine Filiale eröffnen würde. Mit einem zweiten Museum hat die Kornhaus AG eine Absichtserklärung unterschrieben. Den Namen will Bradke nicht sagen.

Bauarbeiten werden bald ausgeschrieben

Hinter den Kulissen sei seit dem Frühsommer viel gearbeitet worden. «Wir haben einen Bau­beschrieb und einen detaillierten Kostenvoranschlag erstellt.» Damit seien die Grundlagen gegeben für die Ausschreibung der Bauarbeiten, die in den nächsten Tagen erfolgen soll. «Zudem sind wir daran, die Auflagen zu erfüllen, die uns im Zusammenhang mit der Baubewilligung gemacht worden sind.» So hätten sie beispielsweise mit den SBB Dienstbarkeiten für einen neuen Fuss- und Fahrweg und die Kanali­sation abgeschlossen. Alles laufe wie geplant. «Wir gehen immer noch von einem Baustart im ­Dezember aus.»

25 der 38 Appartements im sogenannten Boardinghouse und 6 von 12 Lofts seien bereits verkauft. «Damit sind wertmässig 25 Millionen der 30 Millionen Baukosten finanziert», sagt ­Bradke. Bis jetzt war immer von 40 Millionen Franken die Rede. «In diesem Betrag enthalten sind die gesamten Bau-, Planungs- und Anlagekosten.» Die Kornhaus AG stehe im Weiteren kurz vor dem Abschluss mit einem Partner, der die ganze finanzielle Abwicklung des Projektes mache. «Und auch im Bereich des Restaurants konkretisiert sich etwas.»