ROMANSHORN: Grünes Licht für rote Zahlen

Die Primarschule budgetiert für 2018 ein Defizit von 475000 Franken. Aber weder die Behörde noch die Schulbürger sind deswegen beunruhigt.

Markus Schoch
Drucken
Teilen

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Die Zahlen sind auch rot, aber sie geben im Unterschied zur Stadt nicht zu reden. Die Budgetgemeinde der Primarschule am Montag war schnell fertig: Die 47 Schulbürger hatten nichts zu diskutieren und hiessen alle Anträge einstimmig gut. Und das, obwohl die Aussichten nicht rosig sind. Der Finanzplan sieht in den nächsten Jahren weitere Defizite vor. «Wir kennen aber die vorübergehenden Faktoren, die zu diesem Ergebnis führen», schreibt die Behörde im Budget. Es sind im Jahr 2018 unter anderem einmalige Investitionen in Lehrmittel, Geräte und Mobiliar im Zusammenhang mit dem neuen Schulhaus im Grund und der Sanierung der Schulverwaltung. Zudem lehre die Erfahrung, dass es besser komme als vorausgesagt. Vor allem aber ist keine Erhöhung des Steuerfusses von heute 55 Prozent vorgesehen.

Der Behörde könnte allerdings die Revision des kantonalen Beitragsgesetzes einen Strich durch die Rechnung machen. Es sei nicht auszuschliessen, dass sie wie vorgesehen zu Lasten von finanziell mittelstarken Gemeinden wie Romanshorn und Arbon gehe, sagte Primarschulpräsident Hanspeter Heeb. «Es wäre aber eine falsche Politik und würde dem Kanton schaden.» Dieser Meinung sei auch Stadtpräsident David H. Bon. «Wir ziehen am gleichen Strick.»

Die Investitionsrechnung sieht Ausgaben von 5,65 Millionen Franken vor, unter anderem für eine Holzschnitzelheizung im Pestalozzischulhaus. Über den Kredit von 900000 Franken gibt es im nächsten Jahr eine separate Urnenabstimmung, ebenso wie über denjenigen für die Innensanierung des Unterstufenschulhauses Spitz.

Die Zahl der Kinder an der Primarschule ist konstant geblieben. Die Jahrgänge der Kinder im Vorschulalter sind aber gross, so dass im Sommer 2018 eine elfte Kindergartenklasse eröffnet wird.

Primarschule und Stadt tauschen Aufgaben ab

Die Primarschulgemeinde ist künftig politisch und finanziell für das Chinder­huus Sunnehof zuständig. Die Stimmbürger haben am Montagabend mit einer Änderung der Gemeindeordnung jedenfalls die rechtlichen Voraussetzungen dazu geschaffen – einstimmig und ohne Diskussion. Bis jetzt lag die Hauptverantwortung bei der Stadt, die «finanziell aber in einem schlechten Rank» ist, wie Primarschulpräsident Hanspeter Heeb sagte. Zudem habe sich die bisherige Lösung organisatorisch nicht bewährt. Die Schule sei für Eltern und Institutionen der natürliche Ansprechpartner für Fragen im Zusammenhang mit der familienergänzenden Kinderbetreuung. Deshalb habe die Primarschulbehörde Hand geboten, die Aufgabe zu übernehmen. Die Primarschule hat das Chinder­huus in der Vergangenheit mit jährlich rund 30000 Franken unterstützt. Jetzt sollen ab 2019 die Beiträge der Stadt in der Höhe von insgesamt rund 220000 Franken dazu kommen, was etwas mehr als einem Steuerprozent bei der politischen Gemeinde entspricht.

Teil der Vereinbarung ist aber auch, dass die Primarschul­gemeinde im Gegenzug auf den gleichen Zeitpunkt die Verantwortung für den Aufbau einer Sportkoordinationsstelle an die Stadt abgibt. Die Details sollen im Verlaufe des nächsten Jahres geklärt werden. «Der Aufgabentausch wird den Stimmbürgern zusammen mit den Budgets für das Jahr 2019 vorgelegt», schreibt die Primarschulbehörde in der Botschaft. (mso)