ROMANSHORN: Fahrt ins Ungewisse

Seit letztem Jahr verkehren die Busse der Autokurse Oberthurgau versuchsweise nach einem verdichteten Fahrplan. Wie es weiter geht, ist offen – entgegen der Darstellung der Stadt Romanshorn.

Markus Schoch
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Sie machten sich seinerzeit für mehr Bus im Oberthurgau stark: Der Amriswiler Stadtpräsident Martin Salvisberg, der Arboner Stadtpräsident Andreas Balg, AOT-Geschäftsführer Peter Dürrenmatt und der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Donato Caspari (1.12.2015))

Sie machten sich seinerzeit für mehr Bus im Oberthurgau stark: Der Amriswiler Stadtpräsident Martin Salvisberg, der Arboner Stadtpräsident Andreas Balg, AOT-Geschäftsführer Peter Dürrenmatt und der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Donato Caspari (1.12.2015))

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Die Ankündigung ist optimistisch. Der Kanton habe entschieden, den Versuchsbetrieb in eine definitive Lösung zu überführen und den Halbstundentakt in den Regionalverkehr zu integrieren, schreibt der Stadtrat im Massnahmenpaket, das im Moment in der Vernehmlassung ist und den Finanzhaushalt von Romanshorn wieder ins Gleichgewicht bringen soll. Die Rechnung werde so jährlich um 140000 Franken entlastet.

Doch tatsächlich ist noch nichts entschieden, wie es mit dem Busverkehr im Oberthurgau weiter geht, wenn die dreijährige Versuchsphase 2018 abgeschlossen ist, wie es beim Kanton auf Nachfrage heisst. Sie würden erst nach den Sommerferien dem Regierungsrat entsprechende Anträge unterbreiten, sagt Urs Zingg von der Abteilung Öffentlicher Verkehr/Tourismus. Ziel sei es, den Betrieb in der heutigen Form weiterzuführen. Bis jetzt sei es auch noch nie vorgekommen, dass ein Ausbau des Angebotes im Öffentlichen Verkehr nach einer Probephase ganz zurück­genommen worden sei.

Im konkreten Fall sieht es nicht schlecht aus, dass es so läuft wie immer. «Die Zahlen fürs erste Jahr sind ermutigend», sagt Zingg. Es gebe 2016 «recht gute Zuwächse» auf den Linien, wo der Fahrplan verdichtet worden sei. Details sind im Moment nicht erhältlich. Die Zahlen würden zurzeit verifiziert, heisst es. Die Autokurse Oberthurgau (AOT) als Betreiberin des Busnetzes will sie dann Ende Juni an der Generalversammlung publik machen. Die Entwicklung sei sehr erfreulich, sagt auch Geschäftsführer Peter Dürrenmatt. Vor allem auf der Linie 940 (Amriswil– Romanshorn–Arbon) hätten sie mehr Passagiere dank der Einführung des Halbstundentaktes unter der Woche während der Hauptverkehrszeit. Aber auch auf der Linie 941 (Amriswil–Arbon) habe sich die Fahrplanverdichtung mit durchgehendem Halbstundentakt analog zu der Linie 940 positiv ausgewirkt. Er gehe davon aus, dass die Frequenzen in diesem und dem nächsten Jahr weiter leicht steigen.

Verschiedene Varianten stehen zur Diskussion

Für 2019 nach Beendigung des dreijährigen Versuchsbetriebes hätten sie beim Kanton verschiedene Varianten eingegeben. Im seit Kurzem öffentlichen Fahrplanentwurf enthalten sei jetzt eine mit durchgehendem Stundentakt sowie Verdichtungen in den Hauptverkehrszeiten. Die Busse würden allerdings anders fahren. «Geplant ist beispielsweise, die Linien 940 und 941 zusammenzuhängen.» Aufgrund dieser planerischen Perspektiven und Gesprächen mit Zinggs Chef Werner Müller ist die Stadt Romanshorn nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass die Sache tatsächlich bereits in trockenen Tüchern ist.

Jeder Ausbauschritt hat finanzielle Konsequenzen. Die im Konzeptentwurf für den öffentlichen Regionalverkehr im Thurgau bis 2024 vorgesehenen Massnahmen hätten für die Städte und Gemeinden Mehrkosten von gegen 60 Prozent zur Folge, wenn sie tatsächlich umgesetzt würden, was den nötigen politischen Willen voraussetzt.