Romanshorn fährt in die Zukunft

ROMANSHORN. Die Zukunft von Romanshorn soll nicht dem Zufall überlassen werden. Deshalb sucht die Gemeinde einen Stadtentwickler. Wie dessen Aufgaben aussehen, erarbeitet der Gemeinderat derzeit mit Experten in einem Workshop.

Michèle Vaterlaus
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Das Stadtbild von Romanshorn wird sich entwickeln. Wie, das soll die Stadtentwicklung definieren. (Bild: Reto Martin)

Das Stadtbild von Romanshorn wird sich entwickeln. Wie, das soll die Stadtentwicklung definieren. (Bild: Reto Martin)

Wie soll und wird sich das Stadtbild in Romanshorn entwickeln? Wie wird man in Romanshorn leben? Wie soll sich Romanshorn in Zukunft positionieren? Diese Fragen beschäftigten die vergangenen zwei Tage Vertreter des Gemeinderates und der Bauverwaltung in einem Workshop. Sie diskutierten mit der Architektin Barbara Holzer, mit Ortsplaner Hanspeter Woodtli sowie mit dem Architekten und Immobilienökonom Florian Jennewein die Zukunft von Romanshorn.

Fahrplan entwickeln

Als Basis diente den Workshop-Teilnehmern eine Befragung von 10 bis 15 Romanshornern, die Florian Jennewein gemacht hat. «Ich habe sie gefragt, was ihnen an ihrem Wohnort gefällt, was sie ärgert und was sie sich für ihre Stadt wünschen», sagt er. Es sei immer in etwa die gleiche Antwort gewesen: Der See gefällt den Bewohnern, aber es werden schöne Restaurants und mehr Angebote gewünscht.

Doch im Workshop selbst geht es nicht um konkrete Ideen wie ein Hotel am Hafen oder einen neuen Gemeindesaal. «Wir kreieren einen Fahrplan für die Stadtentwicklung», sagt Gemeindeammann David H. Bon. Das heisst: Arbeitshypothesen für den Stadtentwickler werden formuliert. Dieser wird dann auf deren Basis eine Art Pflichtenheft erhalten und in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat eine Entwicklungsstrategie und ein Leitbild ausarbeiten. «In diesem Prozess soll auch die Bevölkerung integriert werden, zum Beispiel in Form von Arbeitsgruppen und schliesslich auch mit einer Abstimmung», sagt Bon.

«Ziel ist, dass etwa Mitte des Jahres 2015 ein Stadtentwicklungskonzept vorliegt», sagt Florian Jennewein.

Breitere Auswahl

Wann aber der Stadtentwickler seine Arbeit in Romanshorn aufnehmen wird, ist noch offen. «Vielleicht sogar noch dieses Jahr», sagt Bon. Die Stellenausschreibung wird jedoch ein zweites Mal verlängert. Bis Mitte Oktober nimmt die Gemeinde Bewerbungen entgegen. «Wir haben zwar ein paar sehr spannende Dossiers bekommen, doch wir wollen eine noch breitere Auswahl.»

Bei den Vorstellungsgesprächen sollen dann die Kandidaten für den Job mit den im Workshop erarbeiteten Arbeitshypothesen konfrontiert werden. «Wir sehen dann sofort, wie die Bewerber mit diesen umgehen. Das hilft uns ganz bestimmt, die richtige Person für diese Aufgabe finden», sagt Bon.