ROMANSHORN: Erstmals eine Storchenbrut

Naturschutzgebiet an der Aach: Auch dieses Jahr gab es für die Freiwilligen viel zu tun. Leute für die Arbeit zu finden, ist nicht einfach. Ein Blick auf das Jahr 2016.

Markus Bösch
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In diesem Monat haben die Helfer in erster Linie Hand rund um den Weiher angelegt. (Bild: Markus Bösch)

In diesem Monat haben die Helfer in erster Linie Hand rund um den Weiher angelegt. (Bild: Markus Bösch)

Oft ist er an der Aach und am See anzutreffen. Während Stunden und Tagen besorgt darum, dass die Natur daselbst ein Kleinod bleibt. Max Hilzinger ist seit Jahrzehnten die Ansprechperson für das Naturschutzgebiet an der Aach – mit Freiwilligen engagiert er sich auch an den öffentlichen Arbeitstagen, zu denen viermal pro Jahr eingeladen wird. «Auch 2016 haben wir die Hecken am Rand des Gebietes gepflegt, Brombeeren und Weiden zurückgeschnitten und Unrat aus dem See zusammengeräumt.» Jedes Jahr reinige man zudem die Nistkästen, hänge neue auf, schichte Asthaufen auf, die Igeln, Vögeln und Insekten als Unterschlupf dienen. «Und wir dezimieren Neophyten», sagt Hilzinger.

Im April hätten sich drei Nachtreiher während einiger Tage im Gebiet aufgehalten, und als Besonderheit sei – erstmals seit Bestehen des Naturschutzgebietes – eine Storchenbrut auszumachen gewesen. Leider sei nur einer der beiden Jungstörche flügge geworden. Ebenfalls im Frühling habe er einen Wiedehopf beobachten können. Und Biber seien das ganze Jahr über zugegen gewesen. «Probleme hatten wir mit dem zuletzt erstellten Weiher: Mit dem Lehm für die Abdichtung wurde eine Menge Rohrkolbenwurzeln eingebracht. Weil sie den Weiher zu überwuchern drohten, mussten wir ihn entleeren und die Pflanzen ausreissen.» Gefragt danach, was die Zukunft des 30-jährigen Gebiets am See bringt, sagt Hilzinger: «Die Natur bestimmt die zu lösenden Aufgaben. Sie reagiert jedes Jahr anders.»

Die Helfer werden immer älter

Sorgen macht ihm, dass praktisch jedes Jahr die gleichen Mitarbeiter die Arbeiten erledigen. Diese würden immer älter. Fronarbeit sei nicht mehr angesagt – auch auf kantonaler Ebene würden für solche Arbeitseinsätze immer mehr Berufsleute beigezogen, die von Fachpersonen geführt würden. Auch der Vogelschutz Romanshorn hat Personalprobleme. Es brauche engagierte Leute für den Vorstand – und den Verein als Anwalt für eine intakte Natur, ist der Betreuer des Naturschutzgebietes überzeugt.

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzreitung.ch