Romanshorn erblüht

Ein wiederkehrendes Wunder, das ist für mich der Frühling. Scheinbar aus dem Nichts spriesst in allen Gärten Grün aus dem Boden, Zweige schlagen aus, Blumen erblühen.

Mark Kilchmann-Kok
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Ein wiederkehrendes Wunder, das ist für mich der Frühling. Scheinbar aus dem Nichts spriesst in allen Gärten Grün aus dem Boden, Zweige schlagen aus, Blumen erblühen. Auch wenn der Winter heuer nicht so streng war, so ist dieser Übergang von scheinbar fester Starre zu einer Explosion von Leben immer verblüffend genug.

Kein Wunder, beginnt in sehr vielen Kulturen und Religionen das neue Jahr mit dem Frühling. Auch in unsern Breitengraden war dies der Fall, ebenso im römischen Kalender, denn die Monatsnamen September für siebter usw. zeigen, dass die Zählung mit März begann.

Sicher nimmt es den einen oder die andere auch mal wunder, wie ein Leben ohne Winter wäre, in der Südsee oder so. Aber: dann würde auch das Frühlingserlebnis fehlen. Für mich hat dieses Bewusstsein, dass ein Frühling anbrechen wird, egal wie hoch der Schnee liegt, auch eine grosse Bedeutung für unser geistig-seelisches Dasein.

Kulturen, Gesellschaften, Menschen können erkalten, erstarren, nur noch äusserlich, als materielle Form zu existieren scheinen. Aber der Frühling zeigt uns, dass im Inneren mehr sein kann, dass das Leben nur darauf wartet auszubrechen und neu zu beginnen. Ob wir dies Lebens- oder Liebeskraft nennen, ob göttlich oder universell – dass ein Frühling auch auf menschlicher Ebene möglich ist, dies ist für mich das grösste Wunder.