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ROMANSHORN: Er bringt die Stadt zum Klingen

Am Donnerstag ist der Musiker und Veranstalter Christian Brühwiler mit dem Kulturpreis ausgezeichnet worden. Mit seinen «klangreich»-Konzerten bekommt die Hafenstadt ein bisschen Weltläufigkeit.
Markus Schoch
Bei diesem Trio wird es bleiben: Der diesjährige Kulturpreisträger Christian Brühwiler (Mitte) mit seinen Vorgängern Christoph Sutter (links) und Hansjürg Oesch. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Bei diesem Trio wird es bleiben: Der diesjährige Kulturpreisträger Christian Brühwiler (Mitte) mit seinen Vorgängern Christoph Sutter (links) und Hansjürg Oesch. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Christian Brühwiler habe im Kleinen Grosses geschaffen, sagte Stadtpräsident David H. Bon bei der Preisverleihung im Kino Roxy. Er verpflichte «absolut hochkarätige» Musiker nach Romanshorn.

Der 60-Jährige veranstaltet seit elf Jahren unter dem Dach der Gesellschaft für Literatur, Musik und Kunst (GLM) so genannte «klangreich»-Konzerte. «Sie sind ein Bijou», sagte Bon. Stilistisch ist das Spektrum breit: Auf dem Programm stehen alte Musik und neue Musik, klassische Musik und improvisierte Musik sowie Ethno. Der gemeinsame Nenner ist der Anspruch, den der gebürtige Romanshorner an alle stellt, die er in die Alte Kirche einlädt. «Christian Brühwiler setzt die Latte hoch. Er ist ein tiefsinniger Mensch, der das Leben ernst nimmt», sagte Bon.

Den Stadtpräsidenten verbindet unter anderem eine Langspielplatte mit Brühwiler. Beim ersten längeren Gespräch seien sie darauf gekommen, dass beide eine Aufnahme von Pierre Favre und Gertrud Schneider im Regal stehen hätten. Mit der LP habe es auch in anderer Beziehung eine besondere Bewandtnis, erzählte Brühwiler am Donnerstagabend. Er habe das Duo einst nach Romanshorn holen wollen. Favre gab ihm einen Korb. Er habe keinen Kontakt mehr zur Pianistin, mit der er in den 1980er-Jahren im Studio war. Der Schlagzeuger liess sich dann aber doch überreden, in Romanshorn aufzutreten – und bereute es nicht. Mittlerweile gab er bereits drei Konzerte in der Hafenstadt, das vierte steht unmittelbar bevor. Bestreiten wird es Favre am 3. Dezember mit dem in Barcelona lebenden Pianisten Marco Mezquida. «Er freut sich riesig auf den Auftritt», sagte Brühwiler. Es sei eine dieser Geschichten, die ihn an «klangreich» faszinieren. «In der Kulturarbeit laufen viele Fäden zusammen und verbinden sich zuweilen auf wundervolle Weise. Dabei entstehen tolle Sachen, die mich berühren und das Leben lebenswert machen.»

«Eine Legende aus dem Fernen Osten»

«klangreich» sei eigentlich eine Abkürzung» und bedeute «Kirche für lässige, andersartige Nischenprodukte und Gigs, für richtige Events mit innovativem Charakter», erklärte der Komponist, Arrangeur und Sänger Frédéric Bolli, der die Lobrede hielt. Als er noch in Frauenfeld gewohnt habe, sei ihm Christian Brühwiler nur als «Legende aus dem ­Fernen Osten» ein Begriff gewesen. Beim ersten Kontakt habe sich diese Legende als «traumhaftes Märchen» entpuppt. Es ging ­dabei allerdings nur indirekt um Musik. Bolli brauchte jeman­den, der ihm Plakate und Flyer gestaltete. Brühwiler war ihm als «toller Grafiker» empfohlen worden. Das war vor acht Jahren. Seither arbeiten die beiden zusammen.

Brühwiler sei vor allem auch ein grossartiger Musiker, sagte Bolli. Er habe mit Klavier begonnen und sei später zur Posaune gekommen, die ihn durchs Studium begleitete. «Und wie alles, was Christian anpackt, blieb es nicht bei der Liebhaberei, sondern er erreichte einen sehr hohen Stand.» Die professionelle Perfektion sowie die Spezialisierung auf Renaissance- und Barockposaune würden es ihm erlauben, in ganz grossen oder ganz besonderen Projekten mit renommierten Ensembles und Orchestern eine wichtige Funktion zu spielen.»

Auch mit dem Alphorn macht er eine gute Falle

Brühwiler greift auch gerne zum Alphorn. Eine Kostprobe seines Könnens und seiner Experimentierfreudigkeit gab er im «Roxy» mit dem Track «um zwölf», den er digital auf mehreren Spuren eingespielt hatte. Dazu zeigte Brühwiler auf der riesigen Leinwand Fotografien, die er auf einer Wanderung im Oberhalbstein gemacht hatte. Die Bilder hätten nicht viel mit der Musik zu tun, seien aber ein schöner Kontrast zu den schrägen Tönen. Dem Publikum gefiel’s. Es gab viel Applaus. So wie für den Akkordeonisten Thomas Weber, der die Feier musikalisch umrahmte.

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