ROMANSHORN: Eine erfolgreiche Familie

Die Döllis hatten einst das Sagen in Uttwil. Bruno Oetterli erzählte ihre Geschichte im Museum.

Drucken
Teilen
Bruno Oetterli (Bild: Markus Bösch)

Bruno Oetterli (Bild: Markus Bösch)

In diesem Jahr sind es Persönlichkeiten in und aus Romanshorn, die in der Vortragsreihe «Romishorner Runde» im Zentrum ­stehen. Am letzten Donnerstag war es die Familie Dölli aus dem Nachbardorf Uttwil, die im 16. Jahrhundert eingewandert sein dürfte und die Geschicke des Dorfes über Jahrhunderte beeinflusste. «Verschiedene Historiker haben ihrer Geschichte nachgespürt, und trotzdem ist ihr Ursprung nicht ganz sicher», sagte Bruno Oetterli, der die Besucher im Museum auf eine Zeitreise mitnahm. Zumindest seien es keine «Hugenottenstämmige» gewesen, eher Zugezogene aus dem grossen Kanton, meinte der ehemalige Sekundarlehrer. «Geleistet haben die Döllis einiges: Sie waren Gemeindeammänner, Sachwalter, waren im dörflichen Rechtswesen und in den Behörden anzutreffen. Sie setzen sich fürs Gemeinwesen ein und hatten genauso ein Bewusstsein ­ für ihre geschäftlichen Interessen.» So sei beispielsweise Hans­ulrich Dölli eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen: Als Gerber, Wirt, Distriktspräsident, Friedensrichter und Kantonsrat habe er einmal den geforderten Zehnten statt dem Staat den Armen im Dorf weitergegeben – und sei prompt entsprechend gebüsst worden.

Reich geworden seien sie vorab mit dem Salzhandel, mussten sich bald auch andere Standbeine suchen, als der grosse Hafen in Romanshorn gebaut wurde. «Geblieben sind unter anderem stattliche Häuser am Seeufer», sage Oetterli. Und die Döllinsche Villa auf dem Romanshorner Schlossberg. «Daselbst 1864 erbaut, verkauft an die katholische Kirchgemeinde, die sie bis zu ihrem Abbruch 1960 als Pfarrhaus brauchte», fügte Museumspräsident Max Brunner an.

 

Markus Bösch

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch