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ROMANSHORN: Eine Baumreihe wie aus dem Bilderbuch

Der Zürcher Michel Brunner hat ein Buch über Alleen in der Schweiz geschrieben. Porträtiert hat er auch die Friedhofallee. Sie sei europaweit einzigartig, sagt er.
Markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Michel Brunner kommt viel herum. Er bereist regelmässig England, Deutschland oder Frankreich. So etwas wie die Friedhofallee in Romanshorn hat er kaum gesehen. «Sie ist europaweit absolut einmalig», sagt der Zürcher Autor, Grafiker und Fotograf, der seit 1998 das Schweizer Bauminventar führt und mehrere Bücher zum Thema veröffentlich hat.

In seinem neusten Werk beschreibt er 120 Alleen und Laubengänge, die er für die bedeutendsten der Schweiz hält. Porträtiert hat er auch die 1876 von der Gesellschaft Eintracht gepflanzte Doppel-Baumreihe in der Hafenstadt. Was ihn daran beeindruckt: Mit Ausnahme von 4 seien alle 55 Platanen praktisch alle gleich alt, sie würden relativ dicht stehen, seien bis zum Stamm von Asphalt eingefasst, würden noch erstaunlich gut wachsen und seien vorbildlich geschnitten. «Sie sind ein Musterbeispiel, wie man Bäume pflegen sollte. Die Allee ist das Ergebnis von Kunsthandwerk. Dahinter steckt grosses Wissen. Der Gesamteindruck ist grossartig.»

Seit 16 Jahren kümmert sich Herbert Nafzger um sie

Das Lob gebührt unter anderem Herbert Nafzger, der die Platanen seit 16 Jahren betreut. Er führe das Pflegekonzept seiner Vorgänger «treulichst und mit viel Erfolg weiter», schreibt Brunner. Nafzger setzt die Bäume nicht auf den Kopf, sondern entfernt nur die aufgeschossenen Triebe und waagrechten Äste, sodass im Frühjahr zeitig ein dichtes Laubdach entsteht. Jedes Jahr liegen am Schluss im Schnitt fünf Tonnen Grünmaterial am Boden - 100 Kilo von jedem Baum. Über 80 Stunden ist Nafzger bei trockenem Wetter ab Januar jeweils an der Arbeit. Die Allee ist ihm dabei ans Herz gewachsen. «Ich lebe für sie.» Er würde sich sogar an einen Baum ketten, falls jemand auf die Idee kommen sollte, die Platanen zu fällen, lässt er sich im Buch von Brunner zitieren. Er sei ein Schutzengel, sagt der Autor über ihn.

Brunner beschreibt insgesamt sieben Vorzeigeobjekte im Thurgau - drei davon in einem ausführlichen Beitrag. Nebst der Friedhofallee gibt es Porträts der Birken-Kirschen-Allee in Diessenhofen und einem privaten Apfel- und Birkenspalier-Laubengang in Märstetten.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Alleen der Schweiz, Michel Brunner, 288 Seiten, AS-Verlag, ISBN: 978-3-906055-67-1, 58 Franken

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