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ROMANSHORN: Ein wertvoller Schandfleck

Seit bald 20 Jahren steht der «Volksgarten» beim Romanshorner Bahnhof leer. Auf Initiative der FDP konnten Interessierte am Samstag einen Blick ins ehemalige Restaurant werfen. Sie staunten sehr.
Markus Schoch
In den Zimmern stehen immer noch Betten, Stühle und Schränke. (Bilder: Andrea Stalder)

In den Zimmern stehen immer noch Betten, Stühle und Schränke. (Bilder: Andrea Stalder)

ROMANSHORN. Auf dem Tresen stehen ein Millenniums-Bier der Brauerei Löwengarten aus dem Jahr 1999 sowie zwei ungeöffnete Flaschen mit Wein, von dem etwa ein Deziliter in all den Jahren verdunstet ist. An der Wand kleben Abziehbilder des Turnvereins Romanshorn und des Musikvereins Uttwil neben einem Tarifblatt des Wirteverbandes aus dem Jahr 1978 und einem Telefon mit Wählscheibe.

Im ehemaligen Restaurant «Volksgarten» ist die Zeit stehen- geblieben. Das Lokal dürfte zwar schon seit etwa 20 Jahren geschlossen sein. Doch überall gibt es noch Spuren der letzten Gäste. Auf dem Küchentisch liegt ein alter Tennisschläger. In den Wohnungen im ersten und zweiten Stock stehen Betten und Kleiderkästen. Der Estrich ist überstellt mit der Hinterlassenschaft der ehemaligen Bewohner.

In den Zimmern stehen immer noch Betten, Stühle und Schränke. (Bilder: Andrea Stalder)

In den Zimmern stehen immer noch Betten, Stühle und Schränke. (Bilder: Andrea Stalder)

Seit 2001 unter Schutz

Die FDP lud am letzten Samstag zur Besichtigung der Liegenschaft, die vielen Romanshornern ein Dorn im Auge ist. Ihnen wäre es am liebsten, der über 150 Jahre alte Riegelbau würde abgerissen, und zwar lieber heute als morgen. Doch das ist nicht möglich. Er steht seit dem Jahr 2001 unter Schutz. Und ihn zu lockern, war bis jetzt nicht möglich. Die Romanshorner versuchten es zwar 2010, indem sie den «Volksgarten» aus der Liste der Kulturobjekte strichen, doch der Kanton pfiff sie zurück, nachdem der Heimatschutz protestiert hatte. Er wehrte sich bereits 1997 erfolgreich gegen ein Abbruchgesuch. Nach Meinung des Verbandes muss das Gebäude erhalten werden, weil es eines der letzten Zeugen der sogenannten Landikultur im Thurgau sei. Die kantonale Denkmalpflege stuft den «Volksgarten» als «wertvoll» ein. «Es ist selten, dass ein Haus seit 70 bis 80 Jahren unverändert geblieben ist», sagt Denkmalpfleger Ueli Wepfer, der am Samstag beim Rundgang anwesend war und den rund ein Dutzend Besuchern Red und Antwort stand. Bei einer Umnutzung müssten «die wesentlichen Merkmale der historischen Substanz» erhalten werden, stellte Wepfer klar. «Das Gebäude auszukernen, ist nicht möglich.»

Passerelle führt übers Gelände

Nach Aussage von Stadtrat Markus Fischer gab es in der Vergangenheit verschiedene Anläufe des Besitzers, die rund 2800 Quadratmeter grosse Liegenschaft unter Einbezug des «Volksgartens» zu überbauen. Die Pläne hätten aber städtebaulich nicht überzeugt.

Jetzt kommt möglicherweise neue Bewegung in die Diskussion. Denn die geplante Passerelle führt übers «Volksgarten»-Grundstück. Und der Stadtrat könnte sich darauf zudem das Historische Museum des Kantons vorstellen.

Mehr Fotos auf www.thurgauerzeitung.ch/Bilder

Der «Volksgarten». (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Der «Volksgarten». (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

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