ROMANSHORN: Ein Verschleissjob

Bei den Sozialen Diensten sind gleich drei Stellen neu zu besetzen. Die Gründe sind vielfältig.

Markus Schoch
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Es ist ein grosser Wechsel für einen kleinen Betrieb. Auf den 1. September suchen die Sozialen Dienste der Hafenstadt einen Sozialarbeiter im Bereich der Berufsbeistandschaft (60 bis 80 Prozent), einen Sozialarbeiter (80 Prozent) und eine Sachbearbeiterin im Sozialamt (100 Prozent).

Die personellen Veränderungen haben unter anderem mit dem Chef zu tun. Christian Hug geht Ende Jahr vorzeitig in Pension. Sein Nachfolger ist Philipp Langenauer, der seit 2011 bei den Sozialen Diensten in Romanshorn arbeitet und zuletzt Leiter des Bereiches Berufsbeistandschaften war. Für ihn braucht es nun intern Ersatz.

Ersatz braucht es auch für eine junge Mitarbeiterin, die eine Stelle angeboten bekam, um die sie sich vor nicht allzu langer Zeit erfolglos beworben hatte. Jetzt packe sie die zweite Chance, die sich ihr biete, sagt der zuständige Stadtrat Peter Eberle. Die dritte Personen wolle sich ebenfalls beruflich neu orientieren.

Die aktuelle Situation sei nicht die Ausnahme, sondern fast schon die Regel. «Die Fluktuationsrate bei den Sozialen Diensten ist in den letzten Jahren in vielen Gemeinden, nicht nur in Romanshorn, sehr hoch gewesen», sagt Eberle. «Es ist nicht das, was ich mir wünsche.»

Grund für die vielen personellen Rochaden in der Hafenstadt und anderswo sei die immer schwieriger werdende Aufgabe der Mitarbeiter. «Sie sind zwischen Hammer und Amboss.»

Klienten sind im Umgang nicht einfacher geworden

Mit den steigenden Sozialhilfekosten nehme der Spardruck zu, dem die Angestellten ausgesetzt seien. Umgekehrt würden die Klienten auf ihre berechtigten gesetzlichen Ansprüche pochen und seien im Umgang auch nicht einfacher geworden. Im Gegenteil: «Es gab in der Vergangenheit einige massive Vorfälle bei uns», sagt Eberle. Bei personellen Wechseln würden aber immer auch persönliche Beweggründe mitspielen.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch