ROMANSHORN: Ein Ruhezimmer in der Kanti

Die Kantonsschule bleibt in einer Zeit des digitalen Wandels nicht stehen: Als Lernort passt sie sich auch architektonisch veränderten Bedürfnissen an. Rektor Stefan Schneider zum Start ins neue Schuljahr.

Markus Bösch
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«Die offene Kanti werden wir weiterführen»: Rektor Stefan Schneider. (Bild: Markus Bösch)

«Die offene Kanti werden wir weiterführen»: Rektor Stefan Schneider. (Bild: Markus Bösch)

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Dass die Architektur und die Gestaltung von Innen- und Unterrichtsräumen an Schulen an Bedeutung gewinnen werden, dass Räume die pädagogischen Konzepte der Schulen unterstützen, davon ist Stefan Schneider überzeugt: «Die Digitalisierung der Gesellschaft, verändertes Lernverhalten der Jugendlichen und verändertes Rollenverständnis der Lehrpersonen führen zu neuen Unterrichtssettings mit verschiedenen Lernaktivitäten, in der ganzen Klasse wie in Gruppen.» Dies erfordere auch Anpassungen an Schulraumkonzepten, betont der Rektor. Auf das neue Schuljahr hin werden bald vier Räume anders und neu genutzt werden können.

Zukunft im papierlosen Unterricht

Da gibt es jenes Zimmer, in dem dannzumal absolute Ruhe angesagt ist. Daneben ist ein ehemaliger Aufenthaltsraum, der mit Stehtischen, einem langen Holztisch mit Bänken und Einzelarbeitsplätzen eingerichtet ist. Da ist Lernen allein, zu zweit oder in Gruppen möglich und gewünscht. Mit einbezogen würden Korridore, Gänge, die Mediathek und Aussenräume. All dies helfe, eine differenzierte Lernarchitektur aufzubauen und das zunehmend mobile, digitale Lernen zu fördern. Damit würden die unterschiedlichen Lerntypen der Schüler unterstützt. Die Kanti setzt in Zukunft mit Hilfe von neuen ICT-Technologien vermehrt auf papierlosen und sogenannt «mobil-personalisierten» Unterricht. Es werde gezielt in die Infrastruktur und Weiterbildung der Lehrkräfte investiert. Gemäss Rektor Stefan Schneider hängt der Erfolg des Einsatzes von digitalen Mitteln in den Schulalltag stark von deren Bereitschaft und Ausbildung ab.

Schüler übernehmen das Zepter

Zu einem besonderen Tag werde Schneider zufolge der 14. September für die Schüler: «Beim Experiment ‹Verkehrte Welt›wird es zu einem Perspektiven- und Rollenwechsel kommen. Die Drittklässler werden den Schulbetrieb übernehmen, indem sie die Jüngeren unterrichten und die Arbeiten der Schulleitung und des Hausdienstes ausführen.»

Das bereits bestehende Angebot der «offenen Kanti» wurde überarbeitet und erweitert. So sollen neben der Kinderkanti und den schulischen Informationsanlässen – neu bezeichnet als «Einblicke» – weitere Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: «Dazu gehören kulinarische, literarische und künstlerische Events, mit denen wir auch mal über Mittag in die Kanti einladen.» Im November gibt es eine Ausstellung «Kunst im Campus». Im Januar wird Lukas Bärfuss lesen.