ROMANSHORN: Ein möglicher Plan B

Hermann Hess würde unter gewissen Bedingungen den neu ins Spiel gebrachten Hotel-Standort prüfen.

Markus Schoch
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Dieses Gelände steht für den Hotelbau zur Diskussion. (Bild: Markus Schoch)

Dieses Gelände steht für den Hotelbau zur Diskussion. (Bild: Markus Schoch)

Es will nicht recht vorwärtsgehen. Seit über einem Jahr verhandelt die Stadt mit Hermann Hess über den Verkauf eines Stück Landes auf der Hafenpromenade, wo der Amriswiler Unternehmer gerne ein Hotel direkt am beziehungsweise sogar teilweise auf dem Wasser bauen würde. Offen ist jetzt noch der Preis beziehungsweise die Berechnungsgrundlage des Preises.

Die Gespräche ruhen seit längerem. «Ich habe seit Monaten nichts mehr gehört», sagt Hess. Stadtammann David H. Bon zeigte sich Ende Jahr aber zuversichtlich, «dass wir uns einigen werden». Ob die Stimmbürger dann auch noch ins Boot geholt werden könnten, ist eine andere Frage. Nach Meinung der vier Architekten Dieter Bötschi, Alp Özozan, Werner Widmer und Andreas Zech wäre auch hinter dem neuen Stellwerk bei der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt ein guter Standort für das Hotel, wie sie in der gestrigen Ausgabe der Thurgauer Zeitung erklärt haben.

Hotelgäste müssen aufs Wasser sehen können

Hess sagt nicht grundsätzlich Nein zu diesem Vorschlag. Es sei generell so: «Wenn jemand kommt und uns ein brauchbares Angebot macht, so prüfen wir es bestimmt.» Ernsthaft in Erwägung ziehen würde er eine solche Alternative im konkreten Fall aber nur, wenn sich das Projekt auf der Hafenpromenade zerschlagen sollte und er das neue Grundstück zu einem bezahlbaren Preis von den SBB kaufen könnte. «Zudem müsste gewährleistet sein, dass wir in die Höhe bauen dürfen, so dass die Hotelgäste Blick auf den See hätten», erklärt Hess.

Was er jetzt schon sagen könne: Verhandlungen mit den Bundesbahnen seien in der Regel schwierig und langwierig, was ein Nachteil sei. Denn die Aussichten für die Hotellerie würden sich derzeit eher verschlechtern, womit Investitionen in diesem Bereich eher unattraktiver würden. «Airbnb und der starke Franken werden immer mehr zu einem Problem.» Sein Unternehmen müsse das Hotel in Romanshorn nicht unbedingt bauen, es sei für ihn eher eine emotionale Sache im Zusammenhang mit der Schifffahrt, erklärt Hess. «Wir haben auch sonst genug zu tun und expandieren weiter.» Im Moment sei die Hess Investment Gruppe mit Projekten in den Zentren von Zürich, Basel und Stuttgart beschäftigt.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch