ROMANSHORN: Dürfen statt müssen

Die Bevölkerung soll möglichst selbstbestimmt alt werden können. Das überarbeitete Altersleitbild nimmt unterschiedliche Bedürfnisse auf und ist öffentlich vorgestellt worden.

Marie-Theres Brühwiler
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Selbstbestimmt alt werden: Marina Bruggmann, Gemeinderätin Salmsach, der Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon, Christian Griess, Pro Senectute Thurgau, und Käthi Zürcher, Stadträtin Romanshorn, studieren das neue Altersleitbild. (Bild: Marie-Theres Brühwiler)

Selbstbestimmt alt werden: Marina Bruggmann, Gemeinderätin Salmsach, der Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon, Christian Griess, Pro Senectute Thurgau, und Käthi Zürcher, Stadträtin Romanshorn, studieren das neue Altersleitbild. (Bild: Marie-Theres Brühwiler)

Marie-Theres Brühwiler

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Das gemeinsame Strategiepapier für Menschen im dritten Lebensabschnitt ist in den letzten zwei Jahren in Fachgruppen und mit der Bevölkerung von Romanshorn und Salmsach erarbeitet worden. Die Strukturen sind zwar nicht neu erschaffen worden. Die Wertehaltung ist jedoch überarbeitet und für die kommenden Jahre behördeverbindlich festgehalten worden.

Angebote in einer Broschüre zusammengefasst

Das Strategiepapier ist in einem zweijährigen Prozess unter Einbezug von Fachkreisen und mit der Romanshorner und Salmsacher Bevölkerung gemeinsam erarbeitet worden. Gleichzeitig sind die umfassenden Angebote für die vielschichtigen Phasen des Älterwerdens in einer Broschüre übersichtlich dargestellt.

Wer heute ein Altersleitbild herausgebe, müsse sich die nicht einfache Frage stellen, wie alt denn die Zielgruppe sei, sagt Käthi Zürcher. Zu bedenken sei aber auch, dass es im Jahr 2030 mehr ältere als junge Menschen geben werde, betont die für das Ressort Gesundheit verantwortliche Romanshorner Stadträtin bei der Präsentation in der Rebsamen-Aula. Ihre Salmsacher Kollegin, Marina Bruggmann, vergleicht das Altwerden mit Bergsteigen: «Je näher man zum Gipfel kommt, umso mehr Kräfte sind verbraucht, aber umso besser ist die Weitsicht.» Nach Stadtpräsident David H. Bon gilt es im Alter möglichst so zu leben, wie es sich wohlfühlt. «Man muss nicht mehr alle Trends mitmachen, man darf aber.» Das Altersleitbild trägt der aktuellen Situation Beachtung, setzt sich mit längerfristigen Perspektiven auseinander und gibt Vorgaben für eine regelmässige Überprüfung der Ziele und Massnahmen.

Nicht alles ist machbar

«Grosse Würfe können wir aus finanziellen Gründen nicht machen, aber auch kleine Schritte sind wirkungsvoll», sind sich Marina Bruggmann und Käthi Zürcher einig. Eine Fülle von Angeboten gibt es nicht nur für vitale ältere Menschen. Wenn der Alltag schwierig wird, können Romanshorner und Salmsacher auf umfassende Dienstleistungen von Freiwilligen und professionellen Organisationen zurückgreifen. «Es ist gut, diese zu kennen, aber befassen will ich mich vorläufig nicht damit», gibt «Romisörgeler» Hermann Oberli kurz vor seinem 90. Geburtstag zu Protokoll. Christian Griess von Pro Senectute Thurgau weiss, dass wichtige Angebote aufgrund einer zu kleinen Zielgruppe scheitern können. «Deshalb ist die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus wichtig», betont er.

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