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ROMANSHORN: Die unsichtbaren Wächter

Der Bund muss sparen und will die Zollstelle in Romanshorn schliessen. Doch bei der Überwachung der Grenze möchte Bundesrat Maurer keine Abstriche machen. In der Hafenstadt kommen sogar regelmässig mobile Patrouillen im Helikopter zum Einsatz.
Markus Schoch
Militärhelikopter auf der Romanshorner Bunkerwiese. (Bild: Silvan Mumenthaler)

Militärhelikopter auf der Romanshorner Bunkerwiese. (Bild: Silvan Mumenthaler)

ROMANSHORN. Silvan Mumenthaler glaubt sich in einem James Bond-Film. Ein Militärhelikopter landet auf der Bunkerwiese und vier bedrohlich wirkende Männer in schwarzen Kleidern und mit Handschuhen springen heraus. Es sind allerdings keine Spezialagenten im Dienste Ihrer Majestät, sondern Schweizer Grenzwächter, die aus der Luft gekommen sind, um die Passagiere zu kontrollieren, die sich an Bord der Fähre aus Friedrichshafen befinden.

So schnell sie gekommen ist, so schnell ist die Patrouille im Eurocopter EC635 wieder weg. Stationiert ist er in Alpnach im Kanton Obwalden.

Der Helikopter kommt oft

Mindestens einmal im Monat würden Grenzwächter für solche Blitzeinsätze nach Romanshorn eingeflogen, hat Mumenthaler beobachtet, der mit seinem Hund viel in der Hafenstadt unterwegs ist.

Die filmreifen Szenen wird er auch künftig zu sehen bekommen. Der Bund muss zwar sparen und will deshalb die Zollstelle in Romanshorn streichen. Doch bei der Grenzkontrolle möchte der Bundesrat keine Abstriche machen, stellte Ueli Maurer Anfang dieser Woche im Nationalrat klar. «Die Stabilisierungsmassnahmen sollten keine Zunahme des Schmuggels oder der Einfuhr nichtkonformer Waren nach sich ziehen», sagte er in der Fragerunde.

Die Helikopterfahndung ist zwar vergleichsweise teuer, aber sie hat einen grossen Vorteil gegenüber Patrouillen am Boden: Die fliegenden Equipen sind nicht nur viel schneller, sondern für Schmuggler, Kriminelle oder Schlepper auch unberechenbar, sagt Walter Pavel, der Leiter Kommunikation bei der eidgenössischen Zollverwaltung.

Eines von vielen Zielen

«Mit dem Helikopter können wir innert kurzer Zeit an unterschiedlichen Orten präsent sein und erreichen damit eine gute Kontrolldichte.» Welches Ziel jeweils angeflogen werde, entscheide der Einsatzleiter. «Dabei werten wir die verschiedensten Informationen aus.» Details könne er aus einsatztaktischen Gründen nicht nennen, sagt Pavel. Zu den Kosten verwies er gestern am späteren Nachmittag an die Armee, wo zu dieser Zeit niemand mehr Auskunft geben konnte. Mumenthaler schätzt, dass der Helikopter in der Luft pro Minute mit rund 300 Franken zu Buche schlägt.

Die Fähre in Romanshorn sei nur einer von vielen Kontrollpunkten im Gebiet der Grenzwachtregion II, sagt Pavel. Teilweise würden die Kontrollen zusammen mit der deutschen Bundespolizei durchgeführt. Und je nachdem kämen weitere Equipen am Boden dazu. So habe im letzten November ein 26jähriger Mann aus Kosovo festgenommen werden können, der mit einer Einreisesperre belegt gewesen sei.

In Romanshorn wird sich das Grenzwachtkorps unter Umständen schon bald einen neuen Landeplatz suchen müssen. Denn die Schweizerische Bodensee Schifffahrtsgesellschaft will auf der Bunkerwiese einen grossen Spielplatz bauen.

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