ROMANSHORN: Die FDP wartet wohl vergeblich

Die Freisinnigen möchten die Politische Gemeinde und die beiden Schulgemeinden organisatorisch zusammenführen. Doch die Zeichen stehen nicht gut für die Bildung einer so genannten Einheitsgemeinde.

Markus Schoch
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In Romanshorn dürften die Politische Gemeinde und die Schulgemeinden getrennt bleiben. (Bild: PD)

In Romanshorn dürften die Politische Gemeinde und die Schulgemeinden getrennt bleiben. (Bild: PD)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Die FDP verliert langsam die Geduld. Sie wartet jetzt seit über einem Jahr auf eine Antwort. Im November 2015 gelangte sie mit der Forderung an die Stadt beziehungsweise die Schulbehörde, eine Vorlage mit Blick auf die Bildung einer Einheitsgemeinde auszuarbeiten. Ausser einer Eingangsbestätigung hat die Partei bis jetzt offiziell nichts gehört von den Adressaten ihrer Bitte.

Die Freisinnigen werden sich weiter gedulden müssen. Der Stadtrat und die Schulbehörden haben sich mit dem Thema zwar zwischenzeitlich befasst und eine Auslegeordnung bei Berater Christoph Tobler aus Arbon in Auftrag gegeben. «Wegen der zukunftsweisenden Bedeutung der Frage wird aber erst nach den Schulbehördenwahlen nach einem gemeinsamen Termin für die Präsentation der Auswertungen gesucht», teilt die Stadt auf Anfrage mit. Und weiter: «Bevor die Analysephase abgeschlossen respektive die Auswertungen von den drei Behörden gemeinsam zur Kenntnis genommen worden sind, können keine weitere Angaben gemacht werden.

Technisch nicht umsetzbar

So wie es aussieht, ist die Einheitsgemeinde aber kein passendes Modell für Romanshorn. Vor zwei Wochen sagte Primarschulpräsident Hanspeter Heeb im Interview mit der Thurgauer Zeitung im Zusammenhang mit sei ner erneuten Kandidatur: Eine Einheitsgemeinde sei «technisch nicht möglich» beziehungsweise rechtlich nicht umsetzbar. Das Problem: Die Körperschaften sind geografisch nicht deckungsgleich. Zur Sekundarschule gehört die Gemeinde Salmsach, was auch ein Hindernis bei der Bildung einer Volksschulgemeinde als kleinerem Schritt wäre. Und eine Einheitsgemeinde nur mit der Primarschule zu bilden, dürfte schwierig sein. Vor allem dann, wenn Heeb im Amt bestätigt werden sollte. Denn er kann der Idee der FDP nichts abgewinnen, wie er bereits vor über einem Jahr erklärte. «Das wäre völlig widersinnig», meinte er. Er sehe nur Nachteile.

Heeb will sich einer engeren Zusammenarbeit mit den anderen Körperschaften aber nicht verschliessen. «Ein interessantes Modell für mich ist, gegen aussen als Einheit aufzutreten, ohne als Einheitsgemeinde organisiert zu sein.» Als Beispiel: Die Schulen und die Stadt produzieren gemeinsam ein Budgetbüchlein und laden gemeinsam zu einer Budgetgemeinde ein. «Das wäre ein Service für die Bürger», sagt Heeb. Es gebe Gemeinden, die diesen Weg gegangen seien.