ROMANSHORN: Deutliches Ja trotz harscher Kritik

Die Stimmbürger heissen den Neubau des Innenhofs beim Schulhaus Bergli gut. Sie bemängeln allerdings, dass die Kosten unklar und die Pläne ungenau seien.

Tanja von Arx
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Die Primarschule Bergli ist in die Jahre gekommen. Ein Lift soll das Gebäude behindertentauglich machen. (Bild: Reto Martin)

Die Primarschule Bergli ist in die Jahre gekommen. Ein Lift soll das Gebäude behindertentauglich machen. (Bild: Reto Martin)

«Den Wert von Menschen und Diamanten kann man ermitteln, indem man sie aus der Fassung bringt.» Mit diesen Worten leitete der Salmsacher Gemeindepräsident Martin Haas vorgestern Abend die Budgetversammlung ein. Er hoffe zwar nicht, dass er einen der Anwesenden aus der Fassung bringen würde, sagte er und lachte. Allerdings wurde seine Aussage Realität.

«Sie jubeln uns einfach so Mehrkosten unter»

Denn die 74 Stimmbürger befanden auch über den Neubau des Innenhofs beim Primarschulhaus Bergli. Eine Frau sagte über die Verschiebung eines Lehrerzimmers, welche die Pläne von Architekt Edgar Wick beinhalteten, der das Projekt umriss: «Das sind Mehrkosten, die man einem einfach irgendwie unterjubelt.» Das mache für sie «keinen Sinn». «Die Lehrer arbeiten sowieso am Laptop und brauchen das Gemeinschaftszimmer nicht.» Ferner sagte ein Mann: «Ich habe das Gefühl, das Projekt ist nicht fertig.» Was man aber erwarten dürfe, wenn man 210 000 Franken für einen Planungskredit gesprochen habe. «Wie hoch die Kosten sind, ist nicht klar.» So träfe man allenfalls den falschen Entscheid und das Geld fehle woanders. Ein anderer bemängelte, dass man die Botschaft spät verschickt habe.

Man beantragte, die Abstimmung zu vertagen, bis ein Gesamtkonzept zu Vorgehen, Aufwand und Zeitplan ausgearbeitet worden sei.

Asbest und ein «Manko an Schulräumen»

«Dass man etwas machen muss, wissen wir wohl alle», sagte Architekt Wick. «Die Schulanlage ist sehr alt.» Im Bau aus den 60ern müsse man Asbest entfernen, es brauche einen Lift, weil das Gebäude nicht behindertengerecht sei, wie es das Gesetz vorschreibt, und bei den Schülerzahlen komme man an die Grenzen, denn es gebe ein «Manko an Räumen». Der Frau antwortete er, die Lehrer müssten einen Stock tiefer kopieren gehen und würden sich freuen, für die Vorbereitung «nicht in ein Kartäuschen» gehen zu müssen. Die Bibliothek im EG würde als Schulzimmer genutzt, was untragbar sei, und im UG lägen Tische und Stühle herum. Weil die Gebäudehülle beim Neubau erhalten bliebe, hielten sich die Kosten im Rahmen. Gemeinschaftsraum und Bibliothek könnten als Provisorium genutzt werden.

Martin Haas sagte, der Neubau belaufe sich auf höchstens 5,7 Millionen Franken. Der Betrag könne allenfalls gemindert werden. Definitive Zahlen lege man vor, wenn die Planung für alle vier Etappen abgeschlossen sei. Er betonte die Dringlichkeit, indem heute gut hundert Kinder Unterstufe und Primarschule besuchen würden und es bis 2019 25 mehr seien.

Den Antrag auf Vertagung lehnten die Stimmbürger zuletzt ab. Sie hiessen Etappe eins und somit die weitere Planung mit 64 Ja-Stimmen gut. So könnten bereits im Frühling die Bauarbeiten beginnen, freute sich Gemeindepräsident Haas.