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ROMANSHORN: Der Weg zur Brücke ist frei

Die Stadt sichert sich Land für den Bau einer Passerelle über die Gleise. «Wir mussten handeln», sagt Stadtrat Christoph Suter. Das Geld sei in jedem Fall gut investiert und nicht verloren.
Markus Schoch
Die Stadträte Christoph Suter und Urs Oberholzer stehen am Ort, von wo sich die Brücke Richtung Hafen schwingt. (Bild: Markus Schoch)

Die Stadträte Christoph Suter und Urs Oberholzer stehen am Ort, von wo sich die Brücke Richtung Hafen schwingt. (Bild: Markus Schoch)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Das Haus von Guido Helg steht im Weg. Es trennt die Alleestrasse von der geplanten Brücke, die auf seinem Grundstück ansetzt und sich dann am «Volksgarten» vorbei über die Bahngleise ­Richtung Hafen schwingt. Das ­Problem kann die Stadt jetzt in Eigenregie lösen, wenn es sich dereinst stellen sollte: Sie hat letzte Woche die Liegenschaft von Helg gekauft und eine zweite dazu, die ebenfalls von strategischer Bedeutung ist im Zusammenhang mit der Passerelle. Es handelt sich dabei um ein Einfamilienhaus an der Alleestrasse 56 auf der Nachbarparzelle von Helg hinter dem Velogeschäft von Reto Neuhaus. «Wir mussten handeln, um uns den nötigen Spielraum zu schaffen», sagt Stadtrat Christoph Suter. Das Geld sei gut investiert, selbst wenn das Projekt nicht realisiert werden sollte, versichert er. «Wir könnten das Land wieder ver­kaufen.» Die Lage direkt an der Hangkante sei gut. Vor allem auch, wenn man bedenke, dass der Zonenplan in diesem Gebiet vier- bis fünfstöckige Häuser erlaube und eine Gesamtüberbauung unter Einbezug des «Volksgartens» (wirtschaftlich) inter­essante Perspektiven eröffnen könnte. Sich die Liegenschaften über ein Kaufrecht zu sichern sei keine Option gewesen, sagt Stadtpräsident David H. Bon. Eine solche Lösung hätte für alle Beteiligten nur Nachteile mit sich gebracht und wäre in dieser Si­tuation deshalb die falsche Variante gewesen. «Wir müssen mit dem Areal arbeiten können.»

Den Preis für die beiden Grundstücke will die Stadt erst später bekanntgeben. Die Verschwiegenheit habe damit zu tun, dass Gespräche mit weiteren Liegenschaftenbesitzern laufen würden, die nicht beeinflusst werden sollen, sagt Suter.

2018 entscheidet der Bund über Mitfinanzierung

Für Stadtrat Urs Oberholzer war der Kauf der beiden Parzellen ein logischer und nötiger nächster Schritt. Die Passerelle sei Teil des Agglomerationsprogramms, wo sie mit der obersten Priorität eingestuft sei, ruft er in Erinnerung. Bereits im nächsten Jahr falle der Entscheid, ob sich der Bund an den geschätzten Kosten in der Höhe von 17 Millionen Franken beteilige. Sagt Bern Ja und übernimmt damit etwa 30 Prozent der Investition, wird auch der Kanton zahlungspflichtig. Danach würden vier Jahre bleiben, um die Pläne zu realisieren und weitere Geldgeber wie die SBB oder Grundeigentümer im Hafenpark zu finden. «Wir müssen parat sein», sagt Oberholzer. Es sei auch an der Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Die Idee einer Brücke für Fussgänger und Velofahrer über die Gleise sei eine alte, zu finden im aktuellen Hafenrichtplan aus dem Jahr 2003.

Die Passerelle sei ein Schlüsselprojekt zur Entwicklung von Romanshorn, betonen Suter und Oberholzer. Sie binde den Hafenpark an die Stadt an, was wichtig sei, da dort zwischen Werft und Massivlagerhaus ein neues urbanes Quartier mit Betrieb rund um die Uhr entstehen soll. Gleichzeitig schaffe die Brücke einen zweiten Zugang zu den Perrons, was mit Blick auf die Fahrplanverdichtung 2025 im Schienenverkehr unumgänglich werde. Zudem erlaube sie eine neue Linienführung des Bodensee-Radwegs, den gemäss Oberholzer an Spitzenzeiten 2500 Personen täglich befahren. Die heutige Route ist zwischen Romanshorn und Egnach in verschiedener Hinsicht nicht ideal. Der Kanton möchte sie deshalb an den See verlegen. Ein unlösbares Problem war bis jetzt, wie die Velofahrer wieder auf die andere Seite der Gleise kommen. Die zuständigen Stellen in Frauenfeld klärten 2011 sieben mögliche Varianten ab, die aber allesamt nicht zuletzt aus finanziellen Gründen durch fielen. Die geplante Brücke sei die Lösung, sagt Oberholzer. Denn klar sein müsse allen, dass die Velofahrer nicht dem Hafenquai entlang geführt werden können. «Dieses Nadelöhr ist heute schon zu eng.»

Stadt informiert die Bevölkerung am 24. April

Am 24. April lädt die Stadt zu einem sogenannten Stadtgespräch zur geplanten Brücke ein. Es beginnt um 19.30 Uhr und findet in der Aula Rebsamen statt. Ziel ist es, die Bevölkerung über die Vorarbeiten und mögliche weitere Schritte sowie die Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Teil der Impulsveranstaltung ist auch ein Podiumsgespräch mit offener Diskussion. Das Projekt wird sicher viel zu reden geben.Denn es ist nicht unumstritten. Eine Gruppe von Romanshorner Architekten hat sich bereits zu Wort gemeldet und Kritik angebracht. Sie finden vor allem die Lage der Passerelle auf der Höhe des Volksgartens problematisch. Das Quartett stellt zwei Alternativen zur Diskussion, die viel weniger lang und damit auch weniger teuer sind. (mso)

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