ROMANSHORN: «Der Dialog fehlt»

Architekt Andreas Zech wünscht sich von der Stadt ein einheitliches Konzept für das Hafenareal. Das setzt intensive Gespräche mit dem potenziellen Hotel-Investor voraus. Diese stünden aus.

Tanja von Arx
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So könnte das geplante Drei-Sterne-Hotel am Romanshorner Hafen aussehen. (Bild: Susanne Fritz Architekten)

So könnte das geplante Drei-Sterne-Hotel am Romanshorner Hafen aussehen. (Bild: Susanne Fritz Architekten)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Container, Provisorien und Plastikzelte: Andreas Zech ist alles andere als zufrieden mit der Situation auf der Hafenpromenade. Laut dem ortsansässigen Architekten gestaltet sich die Stadtentwicklung hier etwas wirr. «Das beste Beispiel sind die freien Flächen im Anschluss an die Hafenlounge. Mitarbeiter der Stadt haben ‹die Lücken› behelfsmässig mit Bäumen in Töpfen gefüllt.» Der Stadtrat verhält sich seiner Ansicht nach falsch.

Zech fordert für das Areal ein einheitliches Konzept. Eines, das der Gemeinde ein Gesicht gebe und ihren besonderen Charakter herausstreiche. Denn «der Hafen ist das Herz von Romanshorn». Einerseits würde das den Stadtkern beleben, indem das Gelände für die Anwohner zum beliebten Treffpunkt würde. Andererseits wäre es förderlich für den Tourismus. «Von der restlichen Schweiz und vom angrenzenden Ausland würde man anders wahrgenommen», sagt Zech.

Kommt das Hotel an den falschen Ort zu stehen?

Das Hotel, welches der Amris­wiler Unternehmer Hermann Hess im Bogen der Hafenpromenade bauen will, erachtet der Architekt als deplatziert. «Es zerreisst das Stimmungsbild hinter und vor dem Gebäude in zwei Teile.» Flanieren könne man nicht mehr, der Bau habe zu wenig Nutzen für die Öffentlichkeit. Das geplante grösste Hotel im Thurgau, «ein Koloss» laut Zech, inszeniere sich als Spektakel und nehme zu wenig Rücksicht auf den städtebaulichen Kontext. Wolle man bei der vorgesehenen Höhe bleiben und bei der Seesicht für die Gäste, so kämen auch andere Standorte in Frage wie etwa nahe den Stellwerken.

«Die Stadt schafft zu wenige Voraussetzungen»

Am meisten beschäftigt Zech allerdings die Kommunikation zwischen der Stadt und Hess. «Will man ein Projekt realisieren, das für beide Seiten stimmt, geht es ums Miteinander.» Und der Dialog fehle. Auf der einen Seite schaffe die Stadt zu wenige Voraussetzungen, indem sie sich auf Preisverhandlungen im Hinblick auf das Land beschränke. Und bei dem es darum gehe, dieses teurer zu verkaufen, als man es seinerzeit von den Schweizerischen Bundesbahnen erworben habe. «Wenn man einen Preis festlegt, ohne die Investitionsrechnung zu kennen, ist jeder Preis falsch.» In der Folge sehe sich der Investor mit der Frage «entweder oder» konfrontiert. Gerade einer, der fixe Vorstellungen wie Garni, drei Sterne und 120 Zimmer habe wie Hermann Hess. «Für ihn ist das Ganze dann eine lohnende Investition oder nicht, nichts weiter», sagt Zech. In die Verhandlungen einbeziehen müssen hätte man deshalb von Anfang an auch Vertreter von Kanton und Bund im Hinblick auf den Gestaltungsplan und die weiteren Abklärungen.

Zech sagt gleichwohl, die Romanshorner müssen Geld in das Gelände investieren. Er betont: «Es ist toll, dass da wer kommt und das tun will.» Der Zukunft blickt er optimistisch entgegen. Über die Verhandlungen sagt er: «Das Hafengebiet ist flexibel und lässt einigen Nutzen zu.»