ROMANSHORN: «Das Glück spielt immer mit»

Romishorner Runde: 30 Jahre leitete Gerhard Ströbele die lokale Druckerei. Jetzt erzählt er aus seinem Unternehmerleben.

Markus Bösch
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Der 84-jährige Gerhard Ströbele referiert im Museum am Hafen über seine Tätigkeit in der örtlichen ­ Druckerei. (Bild: Markus Bösch)

Der 84-jährige Gerhard Ströbele referiert im Museum am Hafen über seine Tätigkeit in der örtlichen ­ Druckerei. (Bild: Markus Bösch)

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Er erntete langen und warmen Applaus – und das nicht zum ersten Mal: Gerhard Ströbele, ein waschechter Schwabe, erzählte am Donnerstagabend von seiner Tätigkeit als Unternehmer und gab manch eine Anekdote zum Besten. Auch aus seinem Buch «Ein Leben voller Herausforderungen». 1949 begann er seine Lehre als Schriftsetzer, das hätte seine Mutter so entschieden, und der Beruf habe ihm sehr gefallen. Auch der Umzug in die Schweiz sei auf ihr Geheiss erfolgt, und so hätte er den Einstieg in die örtliche Druckerei Muther gefunden. «Integriert war ich hier schnell und nach verschiedenen Weiterbildungen bin ich nach der Heirat mit Carla nach Basel umgezogen. Bei der grossen Firma Birkhäuser AG habe ich viel Aufbauarbeit geleistet. Und trotzdem sind wir 1973 wieder an den Bodensee zurückgekehrt.»

Ein Sprung ins kalte Wasser

Daselbst übernahm Ströbele in einem Pachtverhältnis die Druckerei Muther. Ein Sprung ins kalte Wasser, wie er selbst sagt. Er sei auf viel Wohlwollen gestossen, sowohl von Seiten der Mitarbeiter als auch von Seiten der Kunden. Und auch wenn der Umsatz rasch gestiegen sei, hätten die neuen Maschinen «Futter», sprich Druckaufträge, gebraucht. Die Aufträge seien von Gemeinden und Firmen gekommen, beispielsweise eine 250 000er-Auflage für Eierkocher der Firma Eugster-Frismag. Innovative Schritte in Sachen Drucktechniken waren nötig, genauso Anpassungen in der Unternehmensführung und der Aufbau von weiteren Standbeinen, wie eine Kommunikationsabteilung für KMU-Marktauftritte oder auch die Gründung des Unternehmerforums, einer Begegnungsplattform mit Marketing-Inputs für kleine und mittlere Unternehmen, die 1996 erfolgte. «Zu den Neuerungen gehörte auch der Creativladen, den meine Frau von 2003 bis 2012 geführt hat. Mehr als ein Kränzchen gehört des Weiteren den Mitarbeitern gewunden – zu erwähnen gilt es Albin Sonderegger und Rocco Caldarola.»

Heute führt der Sohn seinen Betrieb

«Nach diesen herausfordernden und spannenden Jahrzehnten kann ich jetzt eines sagen: Als Unternehmer und Chef muss man sein Team einerseits unterstützen, anderseits muss man auch die Zügel in den Händen halten. Und letztlich spielt auch das Glück eine entscheidende Rolle», sagte Ströbele. Ein mutiger und wohl auch weitblickender Unternehmer mit Ecken und Kanten, der gleichsam ein Stück neuerer Romanshorner Geschichte ausmacht. Diese geht indessen seit 2003 weiter, als Gerhard Ströbele die Geschicke des Betriebes in die Hände seines Sohnes Stefan und dessen Frau Andrea legte.