ROMANSHORN: «Das bereitet echt Bauchweh»

Erweitertes Busangebot im Oberthurgau: Laut Statistik liegen die Zahlen der Fahrgäste zu tief. Nicht zuletzt wegen der Kosten überarbeitet der Stadtrat von Romanshorn die Linienführung.

Tanja von Arx
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Stephan Tobler (VR-Vizepräsident AOT, Gemeindepräsident Egnach), Peter Dürrenmatt (Geschäftsführer AOT), Andreas Balg (VR AOT, Stadtpräsident Arbon) und Martin Salvisberg (VR-Präsident AOT, Stadtpräsident Amriswil) stellen das erweiterte Busangebot vor. (Bild: Donato Caspari)

Stephan Tobler (VR-Vizepräsident AOT, Gemeindepräsident Egnach), Peter Dürrenmatt (Geschäftsführer AOT), Andreas Balg (VR AOT, Stadtpräsident Arbon) und Martin Salvisberg (VR-Präsident AOT, Stadtpräsident Amriswil) stellen das erweiterte Busangebot vor. (Bild: Donato Caspari)

ROMANSHORN. Es gibt durchaus etwas, das Martin Salvisberg auf den Magen schlägt. Dem Präsidenten des Verwaltungsrats bei den Autokursen Oberthurgau AG (AOT) geben die Fahrgastzahlen der Busse zu denken. Die Gemeinden der Region hatten auf das Jahr 2015 beschlossen, den Fahrplan im Dreieck Romanshorn–Amriswil–Arbon versuchsweise für drei Jahre zu verdichten (siehe Kasten). Jedoch wird das Angebot nicht wie erhofft genutzt.

Laut einer Statistik der AOT zählte etwa die Linie 940 zwischen Romanshorn und Amriswil im letzten Jahr 270 000 Passagiere. Die Busse waren lediglich zur Hälfte ausgelastet, für das laufende Jahr sind denn 450 000 Fahrgäste prognostiziert. Laut Urs Oberholzer, dem zuständigen Romanshorner Stadtrat und AOT-Verwaltungsrat, ist die Angebotserweiterung für die Hafenstadt wichtig. Er gibt zu bedenken, dass Romanshorn jährlich 160 000 Franken für das Angebot aufwendet. «Wir müssen früh einen Entscheid fällen, wie wir die Situation handhaben wollen.»

Wegen der Baustellen «schwierige Fälle»

Laut Martin Salvisberg gibt es in erster Linie wegen der Baustellen auf der Strecke «schwierige Fälle». Nicht wenige hätten den Zug verpasst, weil etwa auf dem Weg von Arbon nach Romanshorn die Romanshornerstrasse erneuert werde. «Bei der Unterführung hat es oft eine Kolonne gegeben. Da muss der Bus warten.» Das sei für die Fahrgäste ärgerlich, und sie würden das Angebot kein zweites Mal nutzen. Des Weiteren fahre der Bus wegen der Neuen Linienführung Kantonsstrasse durch Arbon im Zickzack. Da mangle es an Fahrplanstabilität. «Das bereitet echt Bauchweh.» Schliesslich müssten die Chauffeure wegen der Baustelle auf der Arbonerstrasse in Amriswil ein Lichtsignal setzen, um Vorrang im Einbahnverkehr zu haben. Andere Kurse hätten Gegenverkehr.

«Wir brauchen die Fahrplanerweiterung. Deshalb muss sie auch funktionieren», sagt Salvisberg. «Es gilt das Angebot unbedingt zu verbessern.» Deshalb treffe man sich Ende Monat und schaue die Fahrgastzahlen genauer an. Das sei nicht so einfach, da die Buschauffeure die Passagiere zählen und auch die Automaten des Tarifverbunds Ostwind mit Sitz in St. Gallen. «Letztere sind besser.» Im Oktober entscheide man dann, ob man weitere Werbemassnahmen durchsetzen würde.

Haltestellen überdachen für die Fahrt bei Regen

Noch diesen Herbst will der Stadtrat die neue Verkehrsführung in Romanshorn diskutieren, sagt Urs Oberholzer. In diesem Zusammenhang würden auch die Buslinien überarbeitet. Eckpunkte seien der Einbahnverkehr, der Bahnhofplatz und die Passerellen. Im Rahmen der Attraktivitätssteigerung sei angedacht die Haltestellen zu überdachen für die Fahrt bei Regen oder im Winter. Das Konzept soll bis Ende 2018 stehen, sagt Oberholzer. Ob das Angebot allerdings weiter Bestand habe, entscheide schlussendlich der Kanton.