ROMANSHORN: «Da besteht noch kein Plan»

Anwohner lancieren eine Petition für die Einführung von Tempo 30 auf der Salmsacherstrasse. Auch der Stadtrat hat sich mit dem Thema befasst. Jedoch unzureichend, finden die Petitionäre.

Tanja von Arx
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Tempo 50 sei für die Kindergärtler des «Sonnenwinkel» gefährlich, findet eine Interessengemeinschaft. (Bild: Barbara Hettich)

Tempo 50 sei für die Kindergärtler des «Sonnenwinkel» gefährlich, findet eine Interessengemeinschaft. (Bild: Barbara Hettich)

ROMANSHORN. Vor zwei Jahren sei ein Kind angefahren worden, und das sei noch nicht genug, um etwas zu unternehmen. Markus Holzer ist besorgt. Der Romanshorner lanciert eine Petition, um auf der Salmsacherstrasse eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Mit zwanzig Anwohnern sammelt er Unterschriften für die Einführung von Tempo 30 und weiteren sichernden Massnahmen.

«Kann ich nicht begreifen»

«Ich kann nicht begreifen, warum auf der Salmsacherstrasse als einzige Verkehrsachse in den Romanshorner Wohnquartieren Tempo 50 gilt», sagt Holzer. Gerade, weil dort auch der Kindergarten Sonnenwinkel und die Primarschule Pestalozzi sind und sich die Situation für die Kleinen gefährlich gestalte. Viele Verkehrsteilnehmer würden die erlaubte Geschwindigkeit noch überschreiten, sagt der Petitionär, der selber an der Salmsacherstrasse wohnt.

Die unangenehme Lage würde noch verstärkt, indem diverse, teils unübersichtliche Nebenstrassen mit Rechtsvortritt in die Quartierstrasse mündeten. Zuletzt nutzten nicht wenige Autofahrer die Salmsacherstrasse als eine Abkürzung. Leitet doch die Arbonerstrasse als Hauptachse den grössten Verkehr über die Bahnhofstrasse ins Zentrum, und danebst ist sie die einzige Querverbindung.

Alban Imeri sucht das Gespräch

Markus Holzer hat eine Facebook-Gruppe gegründet, um Unterstützung für das Anliegen zu finden. Auf Anregung von BDP-Kantonsrat Alban Imeri hat die sogenannte «IG Tempo 30 auf der Salmsacherstrasse» aber auch beim Stadtrat nachgefragt, damit die Petition im Fall von parallelen Massnahmen nicht ins Leere läuft. Der zuständige Vizestadtpräsident Urs Oberholzer liess in seiner Antwort verlauten, man habe sich mit dem Tempo-30-Régime befasst und im Rahmen des Kommunalen Richtplans festgehalten, dass dieses in den Quartieren gelten solle. Der Richtplan werde nach der Vorprüfung durch den Kanton im Herbst verabschiedet, und es würde «noch in dieser Legislatur mit den Massnahmen begonnen».

Grundsätzlich aber gelte: «Offen ist, wo man beginnt; da besteht noch kein Plan.» Und im Hinblick auf die Salmsacherstrasse hält Oberholzer fest: «Aus meiner Sicht ist Tempo 30 durchaus angezeigt. Vom Ausbau her ist die Strasse schon nahe am entsprechenden Standard. Sicher müssten noch weitere verkehrsberuhigende Massnahmen installiert werden.»

Die Antwort genügt ihnen nicht

Für die IG nicht zufriedenstellend. Vor allem der Satz «Offen ist, wo man beginnt; da besteht noch kein Plan» rief Unsicherheit hervor. «Auch wenn die Stadt Massnahmen plant, steht nirgends geschrieben, dass die Salmsacherstrasse ebenfalls beruhigt wird und auch nicht, welche Prioritäten man hier setzt», schreibt Markus Holzer auf Facebook. Die Petitionäre wollen deshalb weiterhin Unterschriften sammeln.

Holzer ist optimistisch. «Verschiedene Leute sind dran.» Man sei nicht allein, viele Angestellte des Kindergartens Sonnenwinkel und Eltern im Quartier hätten bereits unterzeichnet. Der Initiant rechnet mit mehreren Hundert Signaturen. Die Unterschriftensammlung läuft bis am 30. September.

Urs Oberholzer Vizestadtpräsident Romanshorn Ressort Verkehr und Integration (Bild: Donato Caspari)

Urs Oberholzer Vizestadtpräsident Romanshorn Ressort Verkehr und Integration (Bild: Donato Caspari)

Markus Holzer Initiant IG Tempo 30 auf der Salmsacherstrasse (Bild: pd)

Markus Holzer Initiant IG Tempo 30 auf der Salmsacherstrasse (Bild: pd)