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ROMANSHORN: «Coop hat es verpasst zu handeln»

Gestern nachmittag protestierte die Gewerkschaft Unia vor der Coop-Pronto-Tankstelle in Romanshorn. Sie forderte den Coop auf, gegen Mobbing im Shop vorzugehen. Die Aktion verlief friedlich.
Tanja von Arx
Stefan Brülisauer Sektionsleiter Unia Thurgau (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Stefan Brülisauer Sektionsleiter Unia Thurgau (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

ROMANSHORN. Eines sei klar: Der Coop habe es verpasst, etwas zu machen. «Es ist sein Geschäft, es liegt in seiner Verantwortung und ist letztlich nicht an uns», sagt Stefan Brülisauer. Der Thurgau-Sektionsleiter bei der Unia protestierte gestern nachmittag mit anderen Gewerkschaftern vor der Coop-Pronto-Tankstelle in Romanshorn. Die 30 Aktivisten hielten Plakate sowie Flaggen in den Signalfarben rot und weiss in die Höhe, um auf die Zustände im Shop hinzuweisen.

Zeichen gegen Mobbing

«Wir wollen ein Zeichen setzen, dass sich Angestellte Mobbing nicht gefallen lassen sollen», sagt Brülisauer. Grundsätzlich sei Ausgrenzung keine Bagatelle, sondern es handle sich um einen Straftatbestand. Und im konkreten Fall sowieso: Es habe im Coop-Shop ein rauhes Klima geherrscht (siehe Zweittext). Jetzt, da das Geschehen publik werde, müsse der Coop eingreifen. Brülisauer ist optimistisch: Der Detailhändler habe Gesprächsbereitschaft signalisiert, auf nächste Woche habe man einen Termin vereinbart. «Das finden wir gut.» Der Aktivist betont, es gehe nicht darum, dem Coop zu schaden. «Wir informieren auch die Leute, die tanken wollen oder posten.» Die Aktion lief friedlich ab und war nach einer Stunde zu Ende.

Die Angestellten seien nicht nur gemobbt worden, sondern auch überwacht, wie laut Darstellung eines Shop-Mitarbeiters nun bekannt wird. Der vorübergehend arbeitsunfähige Drilon Lenjani, ebenfalls am Protest, sagt: «Der Geschäftsleiter lud Videomaterial der Überwachungskamera auf einen USB-Stick und schaute zu Hause nach, wer im Shop rumschwatzte.»

«Erhielt keine Kinderzulagen»

Zudem sagt Familienvater Lenjani, er habe seit September keine Kinderzulagen erhalten. Als er bei der Geschäftsleitung nachfragte, habe es geheissen, er müsse sich selbst darum kümmern. Er sei nach Frauenfeld gegangen, um einen Antrag zu stellen. Als er Monate später immer noch keine Überweisung erhalten habe, erkundigte er sich nochmals beim zuständigen Amt. Da habe es geheissen, die Anlaufstelle sei der Geschäftsleiter. Ihm würden 1200 Franken fehlen, sagt Lenjani.

Der Chef schweigt nach wie vor

Der Geschäftsleiter hatte gegenüber unserer Zeitung vorgestern keine Stellung zu den Vorwürfen genommen. So auch gestern nicht. Auf Anfrage bei einer Angestellten im Coop Pronto hiess es, er müsse Bürosachen erledigen und habe keine Zeit.

«Kein Wilder Westen in Tankstellenshops»: Diesen und andere Slogans zeigten die Unia-Gewerkschafter den Autofahrern beim Hub-Kreisel vor. (Bilder: Reto Martin)

«Kein Wilder Westen in Tankstellenshops»: Diesen und andere Slogans zeigten die Unia-Gewerkschafter den Autofahrern beim Hub-Kreisel vor. (Bilder: Reto Martin)

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