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ROMANSHORN: Breite Solidarität für den Romanshorner Zoll

Thurgauer Politiker machen sich für den Erhalt der Romanshorner Zollstelle stark. Die Schliessung würde Tourismus, Wirtschaft und den Fährbetrieb schwächen. Initiant Viktor Gschwend hofft, dass er Anfang April zehntausend Unterschriften nach Bern bringen kann.
Aylin Erol
Etwa 150 Menschen demonstrierten bei strömendem Regen für den Erhalt der Zollstelle Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

Etwa 150 Menschen demonstrierten bei strömendem Regen für den Erhalt der Zollstelle Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

«Das Wetter passt, denn der heutige Anlass ist eine traurige Angelegenheit», eröffnete Kantonsrat Viktor Gschwend am Samstag die Manifestationsversammlung gegen die Schliessung der Zollstelle Romanshorn. Politiker aus der ganzen Ostschweiz und Anwohner versammelten sich am Romanshorner Hafen, um sich gegen die Sparmassnahmen des Bundes zu wehren und auf die Petition «Anbinden statt abhängen – rettet die schwimmende Brücke» aufmerksam zu machen.

Ständerat Roland Eberle, der Romanshorner Stadtpräsident David H. Bon und die Nationalräte Edith Graf-Litscher und Hermann Hess zeigten die gravierenden Folgen für die Region im Falle einer Schliessung des Romanshorner Zolls auf.

Brücke zu Deutschland

«Miteinander für die Zollstelle Romanshorn» stand auf dem Banner der Demonstranten. Etwa 150 bahnten sich ihren Weg vom Hafen-Restaurant zum Parkplatz der Zollstelle. Dort ergriff Initiant Viktor Gschwend das Wort: «Die Schliessung unserer Zollstellen hat Folgen für Tourismus, Anwohner, für die Mitarbeiter der Zölle, für unsere Wirtschaft und vor allem für die Region.» Stadtpräsident David H. Bon doppelte nach: «Selbst Schaffhausen und St. Gallen würden deutliche negative Veränderungen spüren.» Die Fähre zwischen Romanshorn und Friedrichshafen sei die schwimmende Brücke zu Deutschland. «Die Schliessung der Zollstelle bedeutet eine Barriere des Handels zwischen der Schweiz und Deutschland», sagt Regierungsrat Roland Eberle.

Verluste für die Fähre

Leiden würde aber auch die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt. «Für den Fährbetrieb könnten Verluste von einer Million Franken die Folge sein», sagt Regierungsrat Kaspar Schläpfer. Roland Eberle kann ihm nur zustimmen: Die Lastwagen würden andere Routen ins Nachbarland suchen, der Fahrplan der Fähre würde somit ausgedünnt und als Folge selbst der Ostschweizer Tourismus geschwächt werden. «Unsere Fähre würde sich in einer stetigen Abwärtsspirale wiederfinden.» Nationalrat Hermann Hess kommt zum Schluss, dass die Schwächung des Fährbetriebs das gesamte System, in dem sich auch Gastronomie, Handel und Tourismus befänden, schwächen würde. Da laut Edith Graf-Litscher der Bund selbst sehr von den Einnahmen der Zollstelle Romanshorn profitiere, seien die Sparmassnahmen nicht gut durchdacht: «Wegen der momentan kritischen Grenzsituation wird auf dem Buckel der Zölle in die Grenzwache investiert. Und das in der Ostschweiz, wo der starke Franken ohnehin deutlich spürbar ist.»

Wegen der Sparmassnahmen sollen in der Ostschweiz 19 Zollstellen geschlossen werden. Darunter auch Romanshorn. Direkt betroffen sind vor allem die Zollbeamten. «Alle Zollfachmänner aus Romanshorn und einige aus St. Gallen nehmen an der Demonstration teil», sagt René Odermatt, Zollfachmann in St. Gallen. Für ihn bedeutet eine Schliessung die Versetzung, wahrscheinlich nach Kreuzlingen. «Ich hätte einen Arbeitsweg von über eineinhalb Stunden», sagt Odermatt. Der Zollfachmann Jean-Pierre Fischbach aus Romanshorn warnt: «Viele grosse Firmen müssen fast täglich zu uns an den Zoll kommen. Für sie wäre es ein extremer Mehraufwand, weiterfahren zu müssen.» Odermatt sagt: «Mit der Schliessung wird gar nicht gespart, da die Abfertigungszahlen seit Jahren stetig zugenommen haben.»

Hoffen auf viele Unterschriften

Viktor Gschwend ist überzeugt, dass zu den bereits gesammelten 4300 Unterschriften durch die Aktion die Fünftausendermarke geknackt werden kann. Er sagt: «Am 5. April, wenn wir unsere Petition in Bern vorbringen, können wir hoffentlich zehntausend Unterschriften vorweisen.»

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