ROMANSHORN: Blick auf eine vergangene Welt

Kurz vor Weihnachten ist ein Buch mit Illustrationen von Ludwig Demarmels erschienen.

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Das dreisprachige Buch enthält die Aufzeichnungen des Geisshirten Gion Antona Candreia, der von 1902 bis 1980 in Stierva im Albulatal lebte und sein Geld als Bauer, Rechenmacher sowie Wald- und Strassenarbeiter verdiente. In den 1950er-Jahren begann er auch mit dem Schreiben. Im gleichen Dorf wurde der Romanshorner Maler Ludwig Demarmels geboren, der seiner ursprünglichen Heimat Zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Und wie Candreia eine Persönlichkeit aus Stierva sei, wie die Präsidentin der Uniun Rumantscha Grischun Central im Vorwort des Buches schreibt, das «ein soziokulturelles wie auch ein sprachliches Juwel» sei. Die passenden Bilder liefert Demarmels, der das einfache Leben in Stierva mit Pinsel und Farbe immer wieder festgehalten hat. Zu sehen sind beispielsweise Ziegen am Brunnen oder die Kartoffelernte mit Ross und Wagen. Abgedruckt ist auch ein Foto des Fassadenreliefs am alten Schul- und Gemeindehaus in Stierva mit der «Erinnerung an die letzten Ziegen im Dorf».

Jubiläumsausstellung und Buch zum Geburtstag

Demarmels ist 1992 gestorben und würde im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass findet im Museum Rosenegg in Kreuzlingen eine Ausstellung statt, die am 11. März eröffnet wird. Gleichzeitig präsentiert der Journalist und Fernsehdokumentalist Gion Pol Simeon aus Domat/Ems, der im Vorstand des 2011 gegründeten Vereines Ludwig Demarmels sitzt, sein Buch über den Romanshorner Maler, der in «ungezählten Techniken bewandert» gewesen sei, wie Max Tobler im Kunstband aus dem Jahr 1987 zum 70. Geburtstag von Demarmels schrieb. (mso)

Der Geisshirt, Gion Antona Candreia-Friberg (1902–1980), bearbeitet von Linard Candreia, Uniun Rumantscha Grischun Central, 2016, ISBN 978-3-033-05942-9