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ROMANSHORN: "Bin mit meinen Kräften am Ende"

Der am Hungertuch nagende Sozialhilfebezüger will das Gespräch mit der Stadt suchen. Zum Arbeiten ist er mittlerweile zu schwach, wie er selber sagt.
Markus Schoch
Wenn zum Leben fast nichts mehr bleibt: Ein Sozialhilfefall aus Romanshorn sorgt für Schlagzeilen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Wenn zum Leben fast nichts mehr bleibt: Ein Sozialhilfefall aus Romanshorn sorgt für Schlagzeilen. (Bild: Keystone (Symbolbild))

Der Sozialhilfebezüger versteht die Welt nicht mehr. Drei Jahre lang arbeitete er auf Vermittlung der Stadt beim Werkhof, wo er sich etwas dazu verdiente. Und nie gab es Probleme. Dann wechselte die Ansprechperson für ihn beim Sozialamt. "Und jetzt geht alles schief", sagt der Mann. Sie habe von ihm verlangt, dass er sich aus eigenen Stücken eine richtige Stelle suche und die entsprechenden Bewerbungen als Beleg für seine Bemühungen vorbeibringe. Was er aber nicht tat. Der Grund: "Ich habe immer gearbeitet, und vorher hat man das auch nicht von mir verlangt." Ausserdem habe er einen Termin bei der für ihn zuständigen Sachbearbeiterin verschwitzt und auch nicht auf Kontaktversuche reagiert, wirft ihm die Stadt vor.

Der Sozialhilfebezüger gibt zu, das Treffen vergessen zu haben. Es habe ihn aber niemand deswegen angerufen. Dass man ihm zur Strafe jetzt einfach kein Geld mehr überweise, verstehe er nicht. Der Mann wollte deshalb noch am Donnerstag das Gespräch mit den Verantwortlichen im Sozialamt suchen. Denn so könne es nicht weiter gehen. Er sei mit seinen Kräften am Ende und habe Angstzustände. Er habe in den letzten Tagen kaum gegessen - höchstens dann, wenn ihm jemand etwas gebracht habe, wofür er den betreffenden Personen sehr dankbar sei. "Ich kann nicht mehr arbeiten." Zudem sei er nicht mehr in der Lage, die Rechnungen zu bezahlen. "Ich will weg vom Sozialdienst und suche eine Arbeit."

Einen entsprechenden Aufruf postete er am Mittwoch auf Facebook - bis jetzt ohne Erfolg. Alle seine Einträge hat der Administrator der Seite "Du bisch vo Romanshorn, wenn..." mittlerweile gelöscht. Es hätten sich aber andere Sozialhilfebezüger bei ihm gemeldet, die ähnlich schlechte Erfahrungen mit dem Sozialdienst gemacht hätten, sagt der Mann. "Ich bin nicht allein."

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