ROMANSHORN: Bildung ist mehr als Wissen

93 von 94 Kandidaten haben die Maturaprüfungen bestanden, zwei mit der Note 5,81.

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Die einen warten, die anderen haben das Zeugnis bereits. (Bild: mb)

Die einen warten, die anderen haben das Zeugnis bereits. (Bild: mb)

Sie sind am Ziel, die Türen zu den Universitäten stehen ihnen offen: Die erfolgreichen Kantonsschul-abgänger haben am Freitagabend in der evangelischen Kirche das Maturazeugnis erhalten. Die besten Noten mit je 5,81 schrieben Sandra Haltmeier (4 Mt, Salmsach) und Lukas Neuhauser (4Mz, Kümmertshausen). Und 13 Schülerinnen und Schüler erhielten (mit einem Abschluss von mindestens 5,3) die Anmeldung für die Schweizerische Studienstiftung, nämlich Lauren Antelmann (Freidorf), Elena Gruss (Dozwil), Martina Stauffer (Kesswil), Lisa Crescenza (Arbon), Alex Brandes (Freidorf), Rahel Heeb (Bischofszell), Pascal Koster (Roggwil), Milena Traber (Romanshorn), Sandra Haltmeier (Salmsach), Philippe Cavegn (Uttwil), Samuel Halter (Egnach), Lukas Neuhauser (Kümmertshausen) und Michael Widrig (Romanshorn). Für ihre Maturarbeiten wurden Pascal Koster (Roggwil), Nadja Senn (Sulgen), Sarah Schwedes (Neukirch), Jerome Kirchner (Romanshorn) und Timon Rechsteiner (Amriswil) prämiert. Den Preis für die beste fremdsprachige Maturaarbeit erhielten Andrin Kesseli (Kesswil) und Michael Widrig (Romanshorn).

Rektor Stefan Schneider nahm die musikalisch umrahmte Feierstunde zum Anlass, den Bildungsbegriff zu hinterfragen. «Woran erkennt man gebildete Menschen?» An der Studienreife? «Oder geht echte Bildung nicht vielmehr über den nun erreichten formalen Bildungsstand hinaus?» Mit Bezug auf den Physiker Werner Heisenberg meinte Schneider: «Bildung, die mehr ist als Anhäufung von Wissen, die zu tun hat mit Haltung und mit jenem Rest, der übrigbleibt, wenn man alles vergessen hat.»

Aus seiner Sicht beginne echte Bildung mit Neugier, denn so würden sich neue Welten eröffnen. Und sie gehe da weiter, wo nicht nur nachgedacht, sondern auch gehandelt werde. Und schliesslich sei sie Herzensbildung: «Gebildete Menschen sind Menschenfreunde, die die Fähigkeit zur Empathie haben, die sich für die Gemeinschaft und das Wohl anderer engagieren. Ich hoffe, Sie haben dies auch an unserer Schule mindestens partiell erfahren.»

Auch Felix Ritzi (4 Mz) sagte in seiner Feierrede, dass eine solidarische Welt das Handeln aller brauche. Dies wiederum bedinge Wertschätzung von allen Seiten, mitsamt der Schülerinnen und Schüler, die wichtig seien für die Weiterentwicklung der Schule.

 

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch