ROMANSHORN: Behörde zieht Bilanz

Am 1. August ist Hanspeter Heeb zehn Jahre Schulpräsident. In seine Amtszeit fallen die Streichung von Stellenprozenten, Kosteneinsparungen und die Einführung von Controlling.

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Hanspeter Heeb, Präsident Primarschulbehörde Romanshorn (Bild: Archiv/Nana do Carmo)

Hanspeter Heeb, Präsident Primarschulbehörde Romanshorn (Bild: Archiv/Nana do Carmo)

ROMANSHORN. Für die damalige Behörde ein logischer Schritt: Vor zehn Jahren entschied sich die Primarschule Romanshorn, das Pensum für das Schulpräsidium zu reduzieren. Nach Ansicht der Behörde wurde dieses mit Einführung der Schulleitung entlastet und eine Kürzung von 40 auf 30 Stellenprozente als angemessen betrachtet.

Doch nicht alle sahen das gleich. Man zweifelte, ob die Primarschule mit nur 30 Stellenprozenten geführt werden könne. Auch befürchteten die Romanshorner, es werde schwierig, jemanden zu den neuen Bedingungen zu finden. Mit Hanspeter Heeb fand sich aber alsbald eine gute Lösung.

150 000 Franken eingespart

Laut einer Mitteilung der Schulbehörde dürfen die damals Beteiligten befriedigt feststellen, dass durch die Reduktion des Pensums bis heute nicht nur über 150 000 Franken eingespart wurden. Die Massnahme zwang auch zur Trennung von strategischer Ebene (Präsident) und operativer Ebene (Schulsekretariat und Schulleitung). Das Weniger sei für einmal qualitativ ein Mehr gewesen. Allerdings schlich sich ein Fehler bei der Berechnung des Lohnes von Heeb ein (siehe Zweitstoff).

Es gelang ihm, zu vermitteln

In den wenigen Konfliktfällen, welche die Schulleitung nicht alleine lösen konnte, gelang es Hanspeter Heeb, zu vermitteln. Laut Mitteilung war das bei der Wiedereingliederung erkrankter Lehrpersonen der Fall, dabei, strafrechtliche Folgen eines Arbeitsunfalls abzuwenden oder im Rahmen einer einheitlichen Praxis für Baueinsprachen und Auflagen. Statt Geld für Anwälte auszugeben, habe man sich einvernehmlich gefunden.

Vor dem Amtsantritt Heebs hatte der Kanton die Berufsschule übernommen. Als Jurist erkannte Heeb, dass die 2003 diktierten Bedingungen nicht den ursprünglichen Verträgen entsprachen. Er verhandelte diese mit dem damaligen Gemeindeammann Norbert Senn nach mit dem Resultat einer 50 000 Franken günstigeren Variante pro Jahr. 550 000 Franken konnte man sparen.

Ausserdem führte Heeb ein umfassendes Controlling ein. Es machte möglich, den Steuerfuss zu senken und Investitionen zu tätigen. Trotz eher tiefer Finanzkraft liegt der Steuerfuss der Primarschule Romanshorn unter dem Durchschnitt der Thurgauer Primarschulgemeinden. Die Politik der Primarschulbehörde, bei Unnötigem zu sparen, setzte Heeb fort. Gute Arbeitsbedingungen, eine funktionierende Schulinfrastruktur und zeitgemässe Spielplätze sind Ergebnisse der Bemühungen.

Vorteilhafter Finanzausgleich

Im Rahmen des Finanzausgleichs waren für die Oberthurgauer Städte anfänglich ungünstige Bedingungen vorgesehen. Heeb berief 2011 eine Arbeitsgruppe bestehend aus den Schulen Amriswil, Arbon und Romanshorn ein. Sie konnte durch Engagement eine für Romanshorn um mehrere Hunderttausend Franken vorteilhaftere Lösung erwirken.

Alle Projekte kamen durch

In Heebs Amtszeit fiel ein umfangreiches Schulbauprogramm. Es war mit Glück gesegnet: Zum einen unterstützten ihn Daniel Fischer, Andreas Goldinger, Daniel Hungerbühler und Schulsekretär Simon Alig. Zum andern hiessen die Stimmbürger trotz teils heftiger Opposition alle Bauprojekte gut. Besonders umstritten war der Bau der Schul-Aula im Jahr 2007.

Heeb ist es ein Anliegen, Entwicklungen mit Augenmass voranzutreiben. Die Anregungen aus einer Evaluation, nicht zu viele Projekte gleichzeitig zu verfolgen, nahm er auf. Initiativen der Schulleitung, die Qualitätssicherung zu vereinfachen oder einen teil-integrativen Ansatz für Kinder mit Lernschwierigkeiten zu verfolgen, fanden bei ihm Anklang. (red./tva)