ROMANSHORN: Baustart in Sichtweite

Die Bewilligung für den Umbau des Massivlagerhauses dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Die Gespräche zwischen den Besitzern des Gebäudes und der Denkmalpflege sind auf gutem Weg.

Markus Schoch
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Blick ins Massivlagerhaus mit seinen vielen Stützen. (Bild: Donato Caspari)

Blick ins Massivlagerhaus mit seinen vielen Stützen. (Bild: Donato Caspari)

Markus Schoch

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@thurgauerzeitung.ch

Es sieht nicht schlecht aus für die Eigentümer des Massivlagerhauses. Die Einsprachen sind bereinigt, die Stadt hält das Projekt grundsätzlich für bewilligungsfähig. Und auch mit der Denkmalpflege zeichnet sich eine Einigung ab. «Ich bin überzeugt, wir finden einen Weg», sagt Denkmalpfleger Ueli Wepfer. Denn er spüre die Bereitschaft der Besitzer, auf Verbesserungsvorschläge von ihrer Seite her einzugehen. Gleicher Meinung ist Kantonsbaumeister Erol Doguoglu, der die Gespräche begleitet. «Der Annäherungsprozess braucht vielleicht etwas mehr Zeit, die man sich aber nehmen muss.» Entscheidend sei, dass man gemeinsam im Dialog eine Lösung finde, sagt Doguoglu. Und mit dem Gebäude arbeitet, und nicht dagegen.

Heikel sind das Dach und die Fassade

Das Massivlagerhaus im Besitz der Kornhaus Romanshorn AG ist im Hinweisinventar der Denkmalpflege als wertvoll eingestuft. Das bedeutet: Das Gebäude tritt «im Ortsganzen als bedeutendes Kulturzeugnis» hervor, wie es im zentralen Nachschlagewerk zur thurgauischen Baukultur heisst. Und weiter: «Die wesentlichen Elemente mit geschichtlichem Zeugniswert sind zu erhalten.» Im konkreten Fall gilt das gemäss Wepfer für die Aussenhülle, die charakteristischen Giebel und die innere Konstruktion.

Das Umbauprojekt des Massivlagerhauses sieht aber gewisse Veränderungen dort vor, wo sie aus Sicht des Kantons eher heikel sind. Im Dach gegen den See hin beispielsweise sind es Öffnungen für Terrassen beziehungsweise Loggias. In der Fassade sind es grössere Fenster und neue Eingänge. Die Denkmalpflege beziehungsweise Kantonsbaumeister Doguoglu sind durchaus bereit, gewisse Konzessionen einzugehen. Denn es sei auch nicht in ihrem Interesse, dass das Gebäude weiter jahrelang leer stehe.«Es stellt sich aber die Frage, wie tief die Eingriffe sein sollen», sagt Wepfer. Es gebe in dieser Beziehung unterschiedliche Haltungen. Kein Thema mehr ist der riesige Lichthof im Innern. Er war bereits im Rahmen eines früheren Bauprojektes bewilligt worden und steht darum nicht mehr zur Diskussion.

Bis jetzt gab es zwei Gespräche zwischen der Bauherrschaft und den Vertretern des Kantons zur Klärung der offenen Fragen. Die Treffen seien konstruktiv verlaufen und hätten bereits erste konkrete Resultate gebracht, beispielsweise in Bezug auf Lage und Erschliessung der Tiefgarage, sagt Doguoglu. Der jetzt zur Diskussion stehende Vorschlag bringe auch der Kornhaus AG Vorteile. Für ihn der Beweis, dass es sich durchaus für beide Seiten lohnen kann, an einem Tisch zu sitzen und um einen Kompromiss zu ringen. Wepfer ist überzeugt, dass auch die übrigen Pendenzen jetzt relativ rasch erledigt werden können.

Wichtig für den Kanton ist es auch, bei der Materialwahl und der Ausführung der konkreten Umbauarbeiten ein Wort mitreden zu können. Voraussichtlich wird deshalb eine kleine Begleitgruppe eingesetzt.